Archiv für Oktober, 2007

The Prayer

Veröffentlicht in Leben im Glashaus bei Oktober 26, 2007 von lotus-kid

Ein sehr starkes Indiz für falschen Glauben: falsches Gebet. Damit sind keine Versprecher gemeint, sondern ein falscher Ausgangspunkt. Ich bete zu Gott, weil er es verdient, weil er groß ist und allmächtig und liebend und bla bla und und … Ist er das? Kannst du aus ganzen Herzen sagen „GOTT LIEBT MICH!“ oder ist es eher ein gezwungenes „na ja stimmt schon, wenn da einer für mich ans Kreuz genagelt wurde“?

 

In einer „Dr. House“-Folge wurde Dr. House von Dr. Cameron gefragt:

„Warum glauben Sie, beten die Leute zu Gott und sagen ihm, wie groß er ist?“

Dr. House zieht seinen unverwechselbaren fragenden Gesichtsausdruck auf…

„Nicht einfach so … dass er groß ist weiß er schon … Sie beten zu ihm, weil es ihnen etwas bedeutet!“

 

 

 

[Denkpause]

 

 

 

 

 

 

 

 

Das fand ich sehr beeindruckend. Gott schert sich einen Dreck um ein aufgesetztes Gebet, es interessiert ihn nicht die Bohne. Und auf die Schulter klopfen tut er dir dafür auch nicht: „Wie selbstlos du doch bist, dass du das über deine Lippen bringst!“

Stell dir nur mal vor deine Frau oder dein Freund oder wasauchimmer kommt jeden Morgen in dein Zimmer, frisch geduscht und schön und zieht auf einmal eine meeeeeeeega-Fresse, sagt „Ich mag dich“ oder „danke dass du X getan hast“ und zischt wieder ab und ist fröhlich. Da würde ich ganz schön ausflippen und ihm sagen, dass er abhauen soll. Das weiß ich auch, dass es nett von mir war, X zu tun. Aber ich würde gerne Anerkennung dafür bekommen und kein Lippenbekenntnis.

Das Gegenbild gilt natürlich auch: Stell dir vor, jeden Morgen kommt deine Frau oder dein Freund oder wasauchimmer, verdreckt und hässlich, umarmt dich herzlich und sagt aus ganzen Herzen „Danke! … und entschuldige, dass ich wieder so dreckig bin“.

Darüber würde ich mich freuen und bei Gott ist es nicht anders. Zu Gott darf ich kommen, wenn es mir etwas bedeutet, nicht aus bloßem Zwang heraus. Das ist keine gesunde und lebendige Beziehung, sonder eine Pseudo-Beziehung, die sich auf Illusionen stützt. Vermutlich ist Gott dir ganz schön fern und im Prinzip nichts anderes als der graubärtige Weihnachtsmann, der zwischen zwei Wolken auf einem rosa Seil tanzt…

Wir spielen Detektiv

Veröffentlicht in Leben im Glashaus bei Oktober 26, 2007 von lotus-kid

Wenn ich verstehen will, wie ein PC funktioniert gibt es zwei Möglichkeiten:

Nr.1: Ich schalte ihn an und probiere selber. Drücke diese oder jene Taste. Nach einer Weile habe ich bestimmte Verhaltensmuster erkannt und kann den PC benutzen – wenn ich nicht ganz so ausgiebig, wie ich es eigentlich könnte. Früher oder später treten Probleme auf und ich muss zu Schritt 

Nr.2: mir die „Gebrauchsanweisung“ anschauen. Hier finde ich noch mehr nützliche Funktionen, Einstellungen usw. Ich lerne, wie ich mit Problemen umgehe und kann den PC voll nutzen.

Fang ich also mit Nr.2 oder mit Nr.1 an? Normalerweise mit Schritt 1. Dann zum Beispiel, wenn ich nicht weiß, wie der Computer anfängt hochzufahren, wie ich bestimmte Programme modifiziere oder ein neues Betriebssystem zum Laufen bringe.

Stellen wir uns einen Menschen vor, der keinen Computer kennt und nur die „Gebrauchsanweisung“ und den Bauplan erhält. Er wird die Funktionen kennen, er könnte sogar selbst einen PC bauen und allen möglichen Leuten davon erzählen, wie das Ding funktioniert. Bei Fragen schaut er in die Benutzeranweisung, liest sich den Bauplan durch und wird so die Fehler anderer Computer kennen und anderen Menschen vielleicht sogar helfen. Mit der Zeit aber wird das Stück Papier für ihn selbst zum Computer werden, den er immer noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Er kennt alle Eventualitäten und möglichen auftretenden Fehler, ja selbst in dem Bauplan erkennt er Fehlkonstruktionen und könnte alles verbessern. Er schreibt diese also um. Sein PC ist nun ein Stück Papier.

Noch ein anderes Beispiel:

Eine Mutter ist mit ihrem neugeborenen Kind und etwas Zeichenmaterial in einem dunklen Raum eingesperrt. Die Außenwelt bekommt das Kind nie zu Gesicht. Ihre Mutter versucht nun mit Bleistift und Papier dem Kind die Außenwelt zu zeigen. Linien hier, Schattierungen da. Das Kind beginnt langsam zu begreifen. So sieht also ein Baum aus, so ein Haus. Kind und Mutter freuen sich, doch diese Freude hält nicht lange an. Das Kind hat nämlich einen Denkfehler begangen: Es glaubt, die Linien und Striche, die Schattierungen seien die wirkliche Welt. Es kennt keine Welt ohne Striche.

„Aber du hast doch nicht wirklich geglaubt, die Welt besteht aus Strichen?“ Und so fällt das ganze Kartenhaus in sich zusammen…

Genauso geht es doch denen, die Gott in der Bibel suchen und nicht durch sie. Die Bibel ist nützlich, weil wir durch sie lernen. Aber Gott ist nicht abhängig von der Bibel, er existiert auch unabhängig davon. Was würde geschehen, wenn mir die Bibel weggenommen würde? Hätte ich immer noch eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus oder hätte ich meinen Gott verloren? Habe ich Gott schon mit der Bibel verwechselt, ist die Bibel zu Gott geworden? Falls ja, ist mein Glaube ziemlich unsicher, ich muss immer recht haben, kenne alle Antworten auf alle Fragen, die mir ein „Unbekehrter“ – oder sollten wir sagen Unbeschnittener – stellen könnte. „Ich trotze allen Anfechtungen und stehe – vermeintlich – fest im Glauben“ heißt eigentlich nichts anderes als „ich verdränge meine Probleme und stelle mich ihnen nicht“. Warum begebe ich mich eigentlich so selten auf die Suche nach Gott?

Römer 14,17 - Den Kopf voll, die Taschen schön leer

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Oktober 22, 2007 von lotus-kid

Teambesprechung: JA

Theologische Grundpfeiler sind wichtig. Predigten auch. Aber wo bleibt dann das Spiel? Wer meint, zur Jugend gehen, morgens um neun beim Brotbrechen erscheinen wäre ein gesunder Gottesdienst liegt denke ich falsch. Zumindest ist es nicht das Wichtigste. Hier ein Bibelseminar, da noch einen Hauskreis … Ich kann auch zum Fußballtraining gehen, aber wenn ich dann nicht zum Spiel gehe, habe ich etwas grundlegendes nicht verstanden.

Nach jahrelangem Informationsfluss geht das Spiel flöten. Kontakt zu Außenstehenden bleibt aus. Man dreht sich nur noch um sich selbst, wie kann ICH ein „noch besserer Mensch“ werden, gut bin ich ja eigentlich schon. ICH probiere zumindest die Menschen zu lieben, ICH mache doch schon so viel …

Stell’ dir mal einen Gottesdienst ohne Predigt vor? Geht denn das? Ist das überhaupt bibeltreu? Gottesdienst das sind du und ich, wie wir uns verhalten, wie wir unseren Nächsten lieben. Paulus fordert Frieden und Freude. Damit wäre mehr Menschen in der Gemeinde geholfen als eine Predigt: „Tu dies, lass jenes! Ach ja Gott kommt’s natürlich nicht drauf an, wie du dich verhältst, er liebt dich trotzdem“ Ist doch vollkommen paradox. Diesen Widerspruch kann man einfach nicht und schon gar nicht einfach auflösen.

Es herrscht viel Einsamkeit und Entmutigung bei vielen. Wenn ich ehrlich bin geht es mir genau so.

Spiel: NEIN

For the kingdom of God is not a matter of eating and drinking, but of righteousness, peace and joy in the Holy Spirit […]

Hier geht es also nicht um irgendwelche theologischen Fragen, ob ich nun weiß, wie Engel aussehen, ob ich ein Kopftuch tragen sollte oder meine Brüder mit einen Kuss grüßen sollte…

Es geht um etwas viel Wichtigeres: Gerechtigkeit, Frieden und Freude. Irgendwie habe ich das Gefühl dass diese drei Dinge ganz schön auf der Strecke geblieben sind. Der Heilige Geist muss uns erfüllen – und wir müssen Jesus darum bitten. Gestern hatten wir einen kleinen Disput innerhalb unserer Band und wir sind nicht gerade im Frieden auseinandergegangen. Ich habe in der Situation bestimmt nicht nach friedlichen Worten gesucht, sondern war total entmutigt. Hier ging’s auch (im weiteren Sinne) um eine theologische Frage: Sollen wir mehr auf die Texte in den Liedern eingehen?

Das Königreich Gottes dreht sich nicht um Musik(texte), sondern um Frieden und Ermutigung. So etwas kann man nur mit Demut und Liebe schaffen.

Römer 12,2 - Die Welt und ich

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Oktober 22, 2007 von lotus-kid

Essen, trinken, duschen… Wir sind doch „gleichförmig“ dieser Welt! Also ganz von vorne:

Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

 

Und auf Englisch:

Do not conform any longer to the pattern of this world, but be transformed by the renewing of your mind. Then you will be able to test and approve what God’s will is - his good, pleasing and perfect will.

Darf also der Ausspruch “seid nicht gleichförmig dieser Welt” auf alles mögliche angewendet werden oder meint Paulus hier etwas anderes als essen, trinken, duschen? Ich habe diesen Spruch oft auf alles mögliche bezogen und ich glaube genau das passiert den Evangelikalen auch ziemlich häufig. Damit möchte ich nicht sagen, dass dieser Vers nicht durchaus mehrere Bedeutungen haben kann. Ich höre viel und gerne Musik, vorzugsweise nicht-christliche Musik, weil diese deutlich besser ist, als christliche Musik (von wenigen Ausnahmen abgesehen). Jedenfalls bin ich dann in dieser Hinsicht nicht anders als alle anderen Menschen in meinem Alter. Bin ich also „gleichförmig“?

 

Die Welt…

„Do not conform any longer to the pattern of this world [...]“

Ich glaube nicht: Wenn ich mir die Grundzüge dieser Welt anschaue dann liebt sie die Sünde, das Böse, die Lüge. Das Denken der Menschen ändert sich einfach nicht. Die Ehre wird nicht Gott gegeben. Ich finde es gut, dass Gott mir Musik gegeben hat und kann ihm dafür danken. Ich darf durchaus die Beatles hören und muss mir nicht ständig die melodramatischen Hillsongs anhören… Darin eine „Sünde“ zu sehen halte ich für ziemlich überzogen und unpassend. Natürlich müssen auch hier Grenzen gezogen werden, aber das muss jeder für sich selbst tun.

Paulus meinte von sich selber, er sei der Größte unter den Sündern, also der mit dem meisten „Dreck am stecken“. Dieses Denken hängt vermutlich mit der erkannten Gnade und Liebe Gottes zusammen: Umso mehr ich davon verstehe, desto mehr kann ich aus dieser leben. Vergebung steht ganz oben. Dies ist der Unterschied zwischen „Welt“ und mir. Ich möchte ein liebevoller Mensch werden, der auch die liebt, die mir nichts außer Verachtung entgegenbringen. Da möchte ich hin und dieser Unterschied zählt.

 

…und ich

“[...] be transformed by the renewing of your mind.“

Kurt Cobain hat mal gesagt: „It’s better to burn out than to fade away!“ (Es ist besser auszubrennen, als langsam zu erlöschen!) Bei mir und vielen anderen kommt es immer wieder zu Isolation. Wir schrecken vor Gemeinde und „Gläubigen“ zurück, wollen uns nicht mehr mit Gott befassen. „Sie haben’s anscheinend nicht ernst genug genommen, die „Kosten“ nicht berechnet“ kommt dann oft von denen, die meinen, den Gegenüber verstanden zu haben. Dieses Denken ist in den meisten Fällen total falsch und gefährlich. Wer sich bekehrt, meint es sehr ernst mit Gott. Warum also doch ständig Burn-Outs und keine Bright-Lights? Weil die Diagnose falsch ist. Du und ich bekämpfen Symptome, wenn wir versuchen unser Handeln zu ändern, die Ursachen liegen woanders. Kein Wunder also, wenn ich versuche was zu ändern und nichts hilft.

Gott sieht unser Herz und nicht unser Tun. Das Denken kommt zuerst und daraus folgen meine Handlungen. Erst muss sich mein Denken und die Erfahrung ändern, bevor sich dann auch (fast automatisch) mein Handeln ändert. Und dennoch wird es (aller Voraussicht) nicht so sein, dass sich alles auf einmal ändert. Geduld ist auch hier der Schlüssel. Aber eins ist klar: Gott steht auch dann nicht vor mir, zeigt mit dem Finger auf mich. Ist euch schon einmal aufgefallen, dass Jesus nicht ein einziges Mal einen Menschen direkt als Sünder bezeichnet?<!–[if !supportEmptyParas]–>

All You Need Is Love

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Oktober 22, 2007 von lotus-kid

An jedem siebten Tag aber kamen all die Tiere des Waldes und die Vögel an die einzige Wasserstelle, die zu dieser Jahreszeit noch Wasser brachte. Es war tiefster Winter und keiner konnte mehr sagen, wann er zum letzten Mal ein grünes Blatt gesehen hatte.

So trafen sie sich auch an diesem Morgen zur zehnten Stunde am Wasserloch und redeten über dies und jenes. Als sie aber sahen dass nicht genug Wasser für jeden da war, wurde geschubst, gedrängelt und geschrieen. Die kleinen, schwachen und alten Tiere, manchen sah man es gar nicht an, dass sie krank waren, wurde nach hinten verbannt und konnten sich nicht anders helfen als wieder in den Wald zu humpeln und nach Wasser Ausschau zu halten. Sie verkümmerten schon nach kurzer Zeit. Die Starken aber stritten sich immer mehr um das Wasser. Sie bildeten kleine Gruppen und versuchten so viel Wasser wie möglich zu sammeln.

So blieb im Endeffekt nicht viel für jeden einzelnen übrig, aber die Tiere, die sich zu kleinen Gruppen versammelt hatten konnten gerade so über die Woche kommen. Diese Gruppen nun fingen an Pläne auszuhecken, wie sie noch mehr Wasser bekommen konnten und sich dafür nicht schämen zu brauchen: Sie müssten nur die Schwachen vergessen und die Schwächeren ausschließen. Schließlich reduzierte sich der Kreis von Mal zu Mal und es blieb nur eine kleine Gruppe von Füchsen übrig, die überleben konnte.

 

Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe.

Kommando Pimperle

Veröffentlicht in House of Worship bei Oktober 17, 2007 von lotus-kid

Seit einigen Wochen läuft unser Band-/Worship-Projekt nun. Der Wunsch war und ist, Leute zu ermutigen, Gott anzubeten. Wir bilden den Boden, auf dem Menschen singen, tanzen, (an)beten können. Ermutigung ist sowieso ein gutes Stichwort. Wir wurden bei den Proben oft ermutigt und konnten auftanken und das konnten die Menschen, die beim Lobpreisabend da waren auch! Wir haben gemerkt, dass Gott diesen Abend organisiert und geschenkt hat, es aber nichtsdestotrotz Anfechtungen in hohem Maße gab. Noch ein Tag vorher war ich nach einer Party erst um sechs Uhr morgens zuhause, nach sechs Stunden Schlaf am Boden zerstört und wollte eigentlich den Lobpreisabend absagen, fühlte mich meilenweit von Gott entfernt. Erst als ich mich wieder in seine Nähe begeben hatte, konnte ich erkennen, dass da jemand um jeden Preis den Sonntag und mich zerstören wollte.

Eins ist also klar: Ohne Gebet läuft gar nichts, das durften bei den Proben auch merken. Außerdem habe ich Sorge um die Band, dass sich alles so schnell auflösen könnte, wie es angefangen hat. Dort, wo viel riskiert wird, herrscht große Anfechtung und Versuchung. Wir alleine können die Band nicht zusammenhalten und müssen auf Gott vertrauen, dass er uns mit seinem Geist erfüllt und uns zusammenhält. Wo sollten wir auch anders hingehen? Sobald wir anfangen uns auf uns selber zu verlassen geht alles bergab. Ich hoffe auf Gott, dass er uns nicht im Stich lässt.

Bitte betet für uns!

„… sondern werdet voller Geist. Redet zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern und spielt und singt dem Herrn mit eurem Herzen.“ (Eph. 5, 18b-19)

Humanismus oder Nachfolge?

Veröffentlicht in Leben im Glashaus bei Oktober 17, 2007 von lotus-kid

In jedem Lebensabschnitt müssen wir versuchen die Balance zu finden. Babys müssen Vetrauen, aber auch Misstrauen lernen, damit sie nicht zu zweifelsfreien Narren werden. Teenager müssen lernen sich von ihrem Elternhaus zu trennen und ihre eigenen Wege zu gehen. Die Balance zwischen Intimität (Nähe, Liebe) und Isolation (Zeit für sich selber) zu finden. Es gibt immer ein „Next Level“, die Balancefinderei hört nie auf. Gott hat in unserem Leben „Geheimnisse“ versteckt, die es zu entdecken gilt.

So oder so ähnlich lautete die Aussage in einer Predigt in einer Gemeinde in Schöneberg. Wie sieht es aber mit mir selber aus? Ehrlich gesagt habe ich auch so gedacht und da kam aber dann glücklicherweise diese Predigt die genau das aussagte. Erst dann ist mir einiges klar geworden.

Unzufriedenheit und Schuldgefühle plagen einen, wenn man die Balance nicht findet. Das musste ich oft genug feststellen, die meisten Geheimnisse in unserem Leben sind doch voll von Schmerz und Leid. Es gab auch noch eine kleine Umfrage und ich war echt erstaunt, wie viele Leute dort zufrieden mit ihrem Leben bzw. Lebensabschnitt waren (zufrieden: 70%, unzufrieden: 25%, neutral: 5%). Nicht die Gesunden, sondern die Kranken brauchen einen Arzt. Jesus steht mit offenen Armen da und will uns helfen unser Leben, unsere Identität in ihm zu finden: „Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden.“ (Mt 10,39) Wann gehe ich zu Jesus? Wenn es mir gut geht oder wenn Gott durch sein Schmerz-Megaphon zu uns redet?

Menschenfischer, Salz und Licht

Veröffentlicht in Leben im Glashaus bei Oktober 17, 2007 von lotus-kid

So oft habe ich mit Leuten über den Glauben geredet, über Jesus Christus, über Gott und die Welt. Warum bleibt das alles ohne (sichtbare) Früchte? Vielleicht deswegen:

1. Bekehrungen stehen nicht in meiner Macht. Ich muss nicht versuchen Leute zu bekehren, sondern ihnen nur ungezwungen das Evangelium verkünden. Warum überlassen wir nicht einfach alles andere Gott?

2. Warum bekehre ich die Leute? Bei mir war es oft eine zwanghafte Vorstellung. So nach dem Motto: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.“ (Mt. 28, 19)

Da stellen sich mir zwei Fragen:

a)  Zu wem und wann sagt Jesus das?

b)  Was ist vorher geschehen?

Jesus sagt das (glasklar) zu seinen Jüngern, die aber schon ein paar Jahre gelernt hatten. Zu Beginn sagt Jesus doch etwas ganz anderes, was denke ich viel treffender für unsere junge Generation ist, die Jesus nachfolgen möchte: Kommt, mir nach! Und ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sie konnten Jesus beobachten und sehen wie er gehandelt hat. Das können wir auch, dazu haben wir ja die Berichte der Apostel.

Wie macht Jesus das also bzw. was ist vorher geschehen? Nun ja. Meistens heilt Jesus und tut den Leuten damit etwas Gutes bevor er überhaupt etwas sagt oder er offenbart den Menschen seine Macht und bekräftigt sein gesprochenes Wort durch Heilungen/Wunder (Mt. 4, 23). Soziale Hilfe ist also unerlässlich und geht immer Hand in Hand mit der Verbreitung des Evangeliums. Ich muss sagen, dass viele Gemeinden gar keine Hilfe anbieten, aber dennoch Jesu Liebe zu den Menschen proklamieren, was doch ganz schön paradox ist… Ich würde mir lieber eine Gemeinde wünschen, die den Armen praktische Unterstützung anbietet und Liebe in Taten zeigt, weil sie von Herzen kommt, als eine mit Bibelstudienkursen, Predigtseminaren, Theologievorträgen…

Ein Spiel ohne Gewinner und Verlierer

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Oktober 17, 2007 von lotus-kid

Warum gibt es in der Bibel kein Patentrezept für Gemeindestrukturen? Warum keine Anleitung von Paulus, wie eine Gemeinde auszusehen hat? Weil nur eines zählt: Gott hält seine Gemeinde zusammen!

Doch bei vielen ist das anders: Sie werden krampfhaft durch Menschen zusammengehalten, die sich an den Händen halten und dicht gedrängt um keinen Preis die Hände loslassen würden, um ja nicht zu fallen. No Risk – No Fall! Hinzu kommen Leute, die ab und an mal kommen um ihre letzten Energietröpfchen, die letzte Kraft die ihnen noch bleibt einsetzen, um die gelockerten Verbindungen wieder zu stärken. Die Gemeinde setzt sich also aus Menschen zusammen, die ihre eigene Kraft aufwenden. Sowie beim Wasserlauf in einer Wüste: Jeder bekommt einen Löffel mit Wasser und muss 7 Meter gehen um das Wasser in den Topf zu geben. Natürlich so schnell wie möglich, weil ein Löwe durch die Reihen geht.

So viel Wasser kann also nicht im Topf ankommen, die Kraft reicht nicht aus. Übrig bleiben deprimierte und kraftlose Menschen und ein Topf ohne Wasser.

Gott gibt und sobald das Herz stimmt und sobald wir Glauben, so groß wie ein Senfkorn hätten, würde es nicht vielleicht anfangen zu regnen? Warum lassen wir nicht mal los und vertrauen auf Gott, dass er seine Gemeinde hält? Haben wir vielleicht Angst vor der Wahrheit, die nur darauf wartet uns frei zu machen? Pokern bringt nichts ohne Einsatz. Und unser Einsatz sollte All-In (Love) sein. Ohne Einsatz kein Gewinn: Keine Verlierer und keine Gewinner…