Welt der Wunder (und Zeichen)

Bei diesen zwei Schlagwörtern zucken ziemlich viele Christen innerlich zusammen. Etwas unnatürliches, unerklärliches will so gar nicht in unsere Welt passen, wo wir doch jede Antwort kennen und sogar die Wahrheit über die Evolutionstheorie kennen. Immer wieder wird versucht, diese von Gott gewirkten Wunder auf etwas Natürliches herunterzubrechen. Vermutlich würden alle zustimmen, dass es früher Wunder gab, sonst wäre die Lüge ja auch zu offensichtlich. Und vielleicht gibt es sie auch noch heute, aber da ist man sich nicht so ganz sicher, die erzählt man sich lieber am Lagerfeuer…

Bei uns gibt es keine Wunder, weil wir sie nicht mehr brauchen. Außerdem glaubt doch keiner nur durch Wunder?

Propheten, sind wir nicht alle Propheten, weil wir die Endzeiten voraussagen können?

Visionen haben wir doch alle? Eine gemütliche Gemeinde, ein schönes zuhause…

Dieses Denken lässt meiner Meinung nach erkennen, dass wir nicht wirklich an Gottes Kraft glauben und wenn, dann nur theoretisch. Wenn wir doch nur Glauben, wie ein Senfkorn hätten… Man legt sich ein Bild von Gottes Wirken zurecht, dass in das eigene Gottesbild passt. Warum eigentlich? In der Bibel ist andauernd die Rede von Wundern und Zeichen (man lese nur einmal die Apostelgeschichte), warum gibt es diese also heutzutage nicht so wie dort beschrieben?

Vor allem liegt es daran, dass wir die Wunder wirklich nicht brauchen! In der Apostelgeschichte treten die Wunder immer im Zusammenhang mit Evangelisation auf. Von der Kraft, wie sich die Leute damals für Jesus Christus und seine Botschaft eingesetzt haben, ist bei uns fast gar nichts mehr zu erkennen. Wir haben also demnach keine Wunder und Zeichen, weil wir damit einfach nicht umgehen könnten. Eigentlich wollen wir ja auch gar nicht rausgehen, sondern sehen uns nach dem Alltagstrott, der alles schön beim Aaaaahlten lässt und nichts wieder hervorkehrt. Und an richtige Buße möchte man gar nicht erst denken…

 

„Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Traumgesichte haben; und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich werde Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. Und es wird geschehen: jeder der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.“

Was meint ihr, wo das steht? Offenbarung?

Nein, dies ist die Erklärung von Petrus für Pfingsten, die Ausschüttung des Heiligen Geistes. Die dritte Person (von der wir im übrigen viel zu wenig wissen) der Dreieinigkeit ist auf die Welt gekommen. Wunder und Zeichen werden also eindeutig vorhergesagt und müssen und werden geschehen, wo die Botschaft Gottes verkündigt wird. Und dann bebt mal die Erde, mal bekehren sich dreitausend oder auch „nur“ zweitausend und Kranke werden geheilt und…

Ich denke wir sollten wirklich mal anfangen uns nach den Gnadengaben auszustrecken, nach seinem Geist zu fragen und ihn darum bitten, dass er ihn uns gibt (Lk 11,11-13).

 

 

- 3 Stellen zum Thema Gaben: 1 Kor. 12 ; 1 Kor. 14 ; Römer 12

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