Back 2 Paradise
Fasten klingt ja schon ziemlich altmodisch, dabei ist es das nicht. Es ist viel älter – uralt könnte man sagen. Die „paradiesischen“ Menschen, hatten wahrscheinlich ein viel ausgeprägteres Bewusstsein als wir heute. Wenn man sich den heutigen menschlichen Organismus anguckt, dann wird man schnell Parallelen zu tierischen und pflanzlichen Organismen feststellen können. Zum Beispiel der Drang nach Essen, Trinken, Triebbefriedigung allgemein. Im Gegensatz zu Tieren aber haben wir die Möglichkeit darüber zu entscheiden und sind nicht völlig triebgesteuert. Wenn mein Magen knurrt, kann ich mir etwas zu Essen holen oder eben auch nicht. Wenn man davon ausgeht, dass die ersten Menschen ein ausgeprägteres Bewusstsein hatten, so kann man sagen, dass sie ihren Organismus komplett unter Kontrolle hatten. Gott hat die Menschen ja nach seinem Ebenbild geschaffen und Gott ist glaube ich nicht triebgesteuert. Das heißt Mr. und Mrs. Paradise waren nicht triebgesteuert, sondern konnten genau bestimmen wie sie ihren Körper einsetzen und Nahrung zuführten. Vielleicht konnten sie sogar jede einzelne Zelle steuern.
Nun haben wir diese Fähigkeit aber zum größten Teil verloren und leben ähnlich den Tieren. Da kommt nun das Fasten ins Spiel. Fasten ist für mich ein „back to paradise“. Wir schränken unsere Triebe ein und siegen so über unseren Körper. Wenn man den Gedanken weiterspinnt, kann man leicht feststellen, dass auch sexuelle Triebe, Neu-Gier, Haben-Wollen-Sucht im Endeffekt nur darauf abzielen Triebe zu befriedigen, die wir nicht unter Kontrolle haben, aber durchaus unter unsere Kontrolle bringen können. Diese Kontrolle ergibt aber für mich nur dann Sinn, wenn ich weiß worum es geht und warum ich diese unter Kontrolle halten sollte. Für mich selbst ist es einfacher, Triebe zu befriedigen. Da benötige ich keine Konzentration oder sonst was, sondern kann mich einfach gehen lassen. Will ich meinen Körper jedoch unter Kontrolle haben, muss ich mich anstrengen, da es unser nicht-mehr-paradiesischen Natur völlig entgegen läuft. In etwa so wie eine Katze nicht „gegen den Strich“ gestreichelt werden möchte, tun wir uns auch damit schwer.
Das Ziel jedoch ist gut und wird auch denke ich jedem einleuchten: echte Freiheit. Natürlich nur in einem gewissen Rahmen. Ich würde davon abraten nie wieder etwas zu essen, aber dennoch wird durch Einschränkungen der Triebe ganz natürliche Freiheit erreicht. Zwar nur im Kopf, aber dies stärkt unsere Konzentration und wir können unseren Blick immer wieder fokussieren, um das Endziel zu erreichen.