Archiv für November, 2007

Was hab’ ich davon? (Joh. 13,34f)

Veröffentlicht in Auslegungssache bei November 19, 2007 von lotus-kid

Wie mich diese Frage schon ankotzt. Erasmus der Geist hat mal gesagt: „Ich wünsche mir Urlaub von mir selbst“ und genau dieser Spruch fällt mir zu dieser Frage ein. Immer fragt man sich – ob bewusst oder unbewusst – was man selber von diesem oder jenem Handeln eigentlich hat. Welchen Nutzen ziehe ich daraus, dass ich den Müll runterbringen? Offensichtlich gar keinen. Welchen Nutzen ziehe ich daraus, dass ich am Sonntag in der Gemeinde auf jemanden zugehe, der mich nicht kennt? Hmmm… kurz abwägen… Gar keinen. Welchen Nutzen habe ich davon, dass ich frage, wie es dem anderen geht, dass ich mich spontan zum Mittagessen einladen lasse, dass ich mich mit Freunden treffe und einfach Gemeinschaft habe…

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Und was hab’ ich davon?

 

Charles M. Sheldon - In seinen Fußstapfen

Veröffentlicht in Rezensionen bei November 9, 2007 von lotus-kid

„Ein arbeitsloser Mann, der plötzlich in einer fest gefügten Gemeinde auftaucht, löst große Verwirrung aus. Durch ihn wird die Gemeinde mit der Frage konfrontiert, wie glaubwürdig ihr Leben als Christen wirklich ist. Einige Gemeindeglieder lassen sich gemeinsam mit ihrem Pastor auf ein gewagtes Experiment ein: Ein Jahr wollen sie sich bei jeder Entscheidung fragen, wie wohl Jesus an ihrer Stelle handeln würde – mit allen Konsequenzen.“

[aus dem Klappentext]

Wahre Jüngerschaft Jesu, das ist was dabei herauskommt, wenn man sich fragt „What would Jesus do?“ (Fast) Jeder kennt ja die Armbänder W.W.J.D. und genau diese, wenn man so will, Biographie handelt davon, wie diese Bewegung entstanden ist. Ein echter Ansporn, sich selbst völlig der Nachfolge und seinem Kreuz anzunehmen, auch wenn es Verlust und Schmerzen bedeutet. Ich glaube, dass man klar feststellt, dass diese Bewegung vom Heiligen Geist ins Leben gerufen worden ist und an sich beim lesen selber fragt. „Was würde Jesus tun, wenn er die Entscheidungen treffen müsste, die ich treffen muss?“

Es regt jedenfalls mehr an, sein Kreuz auf sich zu nehmen, als jedes andere Buch, was ich bisher gelesen habe.

John F. MacArthur - Werden, wie Gott mich will

Veröffentlicht in Rezensionen bei November 9, 2007 von lotus-kid

Klassisch trifft es wahrscheinlich am besten. So wie klassische Musik einem manchmal vorkommt: strenge Formen, statisch, zu traditionell… MacArthur versucht in zwölf Lektionen aufzuzeigen, was ein „echter“ Christ alles braucht um ein „guter“ Christ zu werden. Dabei wiederholt er sich des öfteren, stellt das Christsein des Gläubigen in Frage, wenn dieser bestimmte Eigenschaften oder Ausrichtungen nicht in seinem Leben erkennt und belegt alles mit Bibelstellen, die sich ebenfalls wiederholen. So bekommt man den Eindruck, dies sei an „Neubekehrte“ adressiert, aber dann frage ich mich, wie ein Jünger mit dem Infragestellen der persönlichen Nachfolge umgeht?! Zu sehr wird versucht, den Christ in ein Schema reinzupressen, schaut euch ruhig mal das Cover an…

Mir persönlich hat es nichts gebracht, dieses Buch gelesen zu haben, es drängt einem zu viel auf und man fragt sich „Wie soll ich das denn alles schaffen?“ Wer wirklich wissen möchte, wie Gott dich haben will, der „nehme sein Kreuz auf sich“ und folge ihm nach! Das, was MacArthur ausrichten möchte, trifft meiner Meinung nach nicht den Kern der Nachfolge. Da lest mal lieber „In seinen Fußstapfen“.

Walter Heidenreich - Help! I Need Somebody

Veröffentlicht in Rezensionen bei November 9, 2007 von lotus-kid

Wer bei dem Buchtitel an ein bekanntes Beatles Lied erinnert wird, dem sei gesagt: Genau darum geht es!

“ Help! I need somebody

Help! Not just anybody

Help! You know I need someone …”

Walter Heidenreich gehörte diese Hippie-Bewegung an. Auf der Suche nach Frieden und echtem Leben zieht er jahrelang durch die Metropolen Europas und pfeift sich Drogen ein. So weit, so gut. Doch wer hätte gedacht, dass er immer noch kifft, raucht und sich betrinkt nachdem er sich bekehrt?

Beim Lesen dieses Buches wurde ich ständig an die Urgemeinde Christi erinnert und ich spürte deutlich den Heiligen Geist in Walter Heidenreichs Leben und in seinen Worten. Es hat mich angestachelt mich näher mit dem Heiligen Geist und der Nachfolge Christi zu beschäftigen. Was zeichnet den Gläubigen aus, woher nimmt er seine Kraft?

C.S. Lewis - Über den Schmerz

Veröffentlicht in Rezensionen bei November 9, 2007 von lotus-kid

Der Originaltitel “The Problem of Pain” (Das Problem des Schmerzes) trifft den Inhalt dieses Buches deutlicher als der Tiel „Über den Schmerz“, denn dieses Buch ist keine bloße Abhandlung darüber, wie man mit Schmerzen umgeht, davon gibt es genug. Es ist geschrieben, um das Problem mit dem wir jeden Tag zu kämpfen haben, welches und von Geburt bis zum Tod verfolgt, dem man nicht ausweichen kann und über welches auch die Bibel nicht schweigt, besser verstehen zu können.

Klar und einfach, aber dennoch philosophisch-theologisch hochwertig nimmt mit jedem Satz und jedem Kapitel die Erkenntnis zu. Sehr beeindruckend fand ich, welche Vorstellung C. S. Lewis vom Himmel und vom Paradies (und damit auch dem Sündenfall) hat. Für mich hat es auf jeden Fall viele neue Türen geöffnet und ich sehe den Schmerz jetzt in einem anderen Licht. Wer wissen will, warum Lewis den Schmerz als Megaphon Gottes bezeichnet, der sollte es auf jeden Fall lesen und den Schmerz mit Gottes Augen verstehen lernen.

C.S. Lewis - Die große Scheidung…

Veröffentlicht in Rezensionen bei November 9, 2007 von lotus-kid

… ist eine Anspielung auf William Blakes „The Marriage of Heaven and Hell“ („Die Hochzeit von Himmel und Hölle“). Handelt Blakes Gedichtband von der Ähnlichkeit von Himmel und Hölle und davon, dass man keine Trennung zwischen Gut und Böse ziehen kann, geht Lewis auf die Unterschiede ein.  Komplex und in Form einer Geschichte bringt Lewis dem Leser seine Vorstellung von Himmel und Hölle nahe. Alles hat hier einen Grund, ist eine Verbildlichung der biblischen Prophezeiungen und nicht gerade einfach zu lesen. Man muss sich viel Zeit und Konzentration nehmen, um alles verstehen zu können und damit eine Vorstellung von dem zu kriegen, was Lewis eigentlich in seinen Bildern ausdrücken möchte. Andererseits ist das Buch recht kurz. Wer also Konzentration aufbringt, wird dafür auch belohnt werden. Man merkt, wie sehr dieser Mann die Welt und eben auch den Himmel und die Hölle mit Gottes Augen gesehen hat.

James I. Packer - Auf den Spuren des Heiligen Geistes

Veröffentlicht in Rezensionen bei November 9, 2007 von lotus-kid

Theologisch nicht unbedingt hochwertig. Natürlich nur so weit, wie ich das als Laie beurteilen kann. Dafür öffnet es aber manches Mal die Augen, für die Wahrheit und Wichtigkeit des Geistes und warum diese Kraft kaum zutage tritt. In dem Kapitel über die Heiligung des Christen geht er mir jedoch etwas zu stümperhaft mit den Worten um, wobei ich ihm aus ganzem Herzen die Frage „Kämpfst du um deine Heiligung?“ mit Ja beantworten kann. Wer jedoch nicht kritisch über seine Worte nachdenkt, kommt leicht ins Schwanken und Schwitzen.

Der Autor schafft es, in mir die Wichtigkeit des heiligen Geistes neu vor Augen zu führen und beschreibt zutreffend die Situation in der sich viel Kirchen/Gemeinden heute wiederfinden: Sie hat die Kraft und Übernatürlichkeit der Urgemeinde verloren. Wer etwas theologisches über den Heiligen Geist lesen will, dem sei gesagt, dass es sich lohnt, das Buch zu lesen, es aber bestimmt bessere gibt.

Das Buch gibt’s übrigens bei „Connections“ (www.book-connections.de) !

Vom Umgang mit “Sünde”

Veröffentlicht in Leben im Glashaus bei November 7, 2007 von lotus-kid

Wer Christ ist, kennt das: Gegen Sünde ankämpfen, die sich bei uns eingenistet hat. Sünde belastet die Beziehung zu Gott und soweit ich das bei mir feststellen kann auch alles andere. Man kann gar nicht mehr klar denken und weiß nicht, wie man sie aus seinem Leben vertreiben kann, man fällt und fällt und fällt, das Loch wird immer größer und rauskommen tut man da auch nicht mehr…

 

Was soll ich tun? Muss ich mich verändern, nachdem ich mich „bekehrt“ habe?

Ich denke nein. Die großartigste Veränderung in deinem Leben hast du schon gemacht. Die Bedeutung des Wortes Sünde ist „ein Ziel verfehlen“, Zielverfehlung also. Bekehrung heißt demnach nichts anderes als „ich habe meine Einstellung gegenüber Jesus geändert“. Die größte aller Zielverfehlungen ist, Jesus nicht als den anzusehen, der er ist.

Was soll ich tun? Muss ich mich verändern, nachdem ich mich „bekehrt“ habe?

Ich denke nein. Die großartigste Veränderung in deinem Leben hast du schon gemacht. Die Bedeutung des Wortes Sünde ist „ein Ziel verfehlen“, Zielverfehlung also. Bekehrung heißt demnach nichts anderes als „ich habe meine Einstellung gegenüber Jesus geändert“. Die größte aller Zielverfehlungen ist, Jesus nicht als den anzusehen, der er ist.

Wer sich fragt, ob man sich verändern muss, wie man ein besserer Jünger werden kann, läuft falsch. Jesus sagt dir niemals, was du tun sollst, niemals. Er wartet bis du selber nachfragst. Dann kannst u fragen. Wie willst du mich verändern, wie willst du aus mir etwas machen? Willst du überhaupt etwas aus mir machen oder brauche ich noch weitere Heilung?

Wir verkünden nicht länger die Herrschaft des geschriebenen Gesetzes, sondern das neue Leben durch Gottes Geist. Denn die Forderungen des Gesetzes brachten uns den Tod, weil wir sie nicht erfüllen konnten; der Heilige Geist aber führt uns zu einem neuen Leben.

2. Kor 3,6

Das ist das Ziel. Alle Forderungen bringen uns den Tod. Wir können sie nicht im entferntesten einhalten. Wir können uns nicht verändern. Wir können unseren Charakter nicht „besser“ machen. Alles was du brauchst ist die komplette Auslieferung an Gottes Geist, der dir alles Nötige sagen wirst, was du brauchst. Er wird zu dir reden und dir die gewünschte Veränderung bringen. Werden wie Gott mich will? Jedenfalls helfen keine Sündenrazzien und keine große Sündenpolizei, die immer nachschaut, wo ich falsch liege und was ich alles falsch mache, das weiß wahrscheinlich jeder selber am besten.

 

Das was mir am meisten hilft ist Gebet. Gott danke sagen, für dass was er mir gegeben hat, für das was er ist. Das hilft, um uns aus der Sünde zu befreien und dem Satan die Tür nicht ein weiteres Mal aufzutun. In Epheser 6 wird uns die Waffenrüstung Gottes beschrieben und am Ende steht: „Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen [...]“ Das ist unsere Kraft, die uns bestehen lässt.

La Belle ou la Bête? (Jesaja 53,2)

Veröffentlicht in Auslegungssache bei November 7, 2007 von lotus-kid

Wer in einer christlichen Familie aufgewachsen ist, kennt die Kinderbibel. Schöne Bilder. Jesus ganz in weiß, nette Gesichtszüge, sauber, gewaschen und einfach lieb und nett. Am besten noch mit einem Schäfchen im Arm. Aber auch Erwachsene sind vor diesem Jesus-Bild nicht gefeit. Filme, Bilder, Dokumentationen und Vorträge zeigen Jesus als eben diesen – nur eben etwas „männlicher“.

Mach für einen kurzen Augenblick die Augen zu und stelle dir Jesus vor, wie Jesus wohl aussehen würde bzw. ausgesehen hat…

Sieht er so aus:                        Oder so:

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Oder doch eher so:

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Was sagt die Bibel dazu?

Wo kam Jesus nochmal zur Welt? In einem Stall. Als der Geringste. Er zog von Stadt zu Stadt, hatte des öfteren keinen Schlafplatz… Nach was hört sich das an? Landstreicher. Und die sind ja bekanntlich nicht schön anzusehen: Stinkend, ungewaschene Haare, zerzaust, dreckige Klamotten.

„Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Ansehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten.“

 

Jesus war nicht hübsch, Jesus war kein Model, sondern ein “Landstreicher”, hässlich. Er kam in Demut und Unterwürfigkeit, hat den Menschen gedient, seinen Jüngern die Füße gewaschen und war einer der hübschesten Menschen auf der Erde? Ich denke genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn alles, was die Juden erwartet hatten nicht auf Jesus zutraf, dann auch nicht sein Äußeres. Jesaja beschreibt dies sehr ausdrücklich und doch glauben wir an einen hübschen Jesus? Dieses Bild passt nicht zu dem Jesus, der in der Bibel beschrieben wird. Also was bedeutet das für dich?

Die menschliche Misère

Veröffentlicht in Leben im Glashaus bei November 2, 2007 von lotus-kid

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