Archiv für Januar, 2008

Die Zerstörung des Ringes - Mount Doom

Veröffentlicht in Der Herr der Ringe bei Januar 31, 2008 von lotus-kid

 

Diese Aufgabe wird mich mein Leben kosten. Ich werde niemals zurückkommen, ich gehe in den sicheren Tod, damit Mittelerde wieder in Frieden leben kann.

Das weiß Frodo und geht dennoch. Auch wenn er die Aufgabe zum Schluss verpatzt und den Ring aufsteckt, so wird Gollum in seiner Gier zum ausführenden Element. Er beißt den Ringfinger ab und fällt dann in den Feuersee…

Diese Stelle erinnert mich an den Kreuztod. Auch wenn der Vergleich unheimlich hinkt, das ist mir schon klar.

Jesus opfert sich selber und zerstört die Macht des Todes. Pure Selbstaufopferung ist etwas, was der Feinde auch im Herrn der Ringe nicht begreifen kann. Der einzig richtige und wahre Weg, die Zerstörung des Selbst ist etwas, das nur Gott kann. Vielleicht kann das Böse diesen Weg tatsächlich nicht begreifen und vorhersehen. In all seiner Gier und Rache und Lügen hat es vielleicht nie daran gedacht, dass Jesus ihn wirklich besiegen könnte. Das Jesus sich selber opfert, um uns Menschen zu retten.

Der Ringträger

Veröffentlicht in Der Herr der Ringe bei Januar 31, 2008 von lotus-kid

Wer seid ihr?

Hobbits?!

Die kleinsten und unbedeutendsten Geschöpfe in Mittelerde werden auserkoren, das Schicksal aller zu bestimmen. Frodo, der Adoptivsohn Bilbos, will und muss ihn zerstören. Von den meisten im Auenland verachtet, von den Elben, Weisen, Zwergen und Menschen geachtet für seine unglaubliche Ausdauer, den Ring auf sich zu nehmen. Ein wirklich „leichtes“ Joch.

 

Ist das nicht genauso, wie Gott oft vorgeht? David wird König, Jesus wird im Stall geboren… Von allen verachtet, reißt Gott das Geringste heraus und stellt es ins Licht. Das ist ein sehr ermutigender Gedanke. Als Frodo wünsche, dass das alles nie geschehen wäre, sagt Gandalf einen Satz, der mich immer wieder ins Nachdenken bringt:

„Das wünschte ich auch und das wünscht sich jeder, der in solchen Zeiten lebt. Aber darüber haben wir nicht zu befinden. Entscheiden können wir nur, was wir mit der Zeit, die uns gegeben ist, anfangen.“

Wir haben wie Frodo einen Auftrag und wahrscheinlich hat jeder einen, der sich maßgeblich von anderen unterscheidet. Der Ringträger ist verzweifelt und wir alle tragen unseren eigenen kleinen Ring, der uns manchmal zu schwer erscheint und der uns wie eine un-endliche Last vorkommt, die wir nicht tragen können. Aber wenn du keinen Weg findest, so wird ihn niemand finden.

Verzweifle nicht…

Der Ring

Veröffentlicht in Der Herr der Ringe bei Januar 31, 2008 von lotus-kid

Das kleine Ding, das mal leichter, mal schwerer zu tragen ist, das einen Willen hat und uns beeinflussen kann. Der zerstört werden muss, direkt im Feindesland.

Manchmal scheint es tatsächlich, als ob jeder seinen eigenen Ring hat. Eine Bürde und eine damit verbundene Aufgabe. Eine Herausforderung und eine Versuchung. Unser Schatz und unser Fluch.

Was passiert, wenn man den Ring aufsteckt? Man wird sichtbar für das Böse und unsichtbar für alles andere. Man ist sein eigener Herr der Ringe, dabei gibt es nur einen einzigen! Man fühlt sich frei und merkt nicht, dass man Sklave des Ringes wird.

Bilbo bemerkt lange nicht, wie der Ring immer mehr Platz in seinem Kopf einnimmt und ihn selber beherrscht. Er weiß nicht, woher die unguten Gefühle kommen, das „ausgemergelt“ sein. Die Müdigkeit. Von außen sieht alles toll aus – er erfreut sich einer unendlich währenden Jugend, der Ring verleiht ihm sozusagen Leben. Doch das ist eine Lüge. Es scheint nur so. In Wahrheit schwindet er dahin.

Ist das nicht genauso bei uns? Wir glauben doch zu gerne die Lügen und geben uns der Versuchung hin. Das nennen wir dann das Leben, aber innerlich fühlen wir uns leer und ausgemergelt. Unendliche Jugend hin oder her, innerlich gehen wir gebückt und alt.

Doch dann passiert etwas, von dem er selber nicht gedacht hätte, das es geschehen würde: Er gibt ein großes Fest und verteilt alle möglichen Geschenke und denkt, so kann er den Ring auch leichter hergeben, aber irgendetwas hält ihn davon zurück und er wird wütend, beschuldigt Gandalf des Diebstahls und denkt, er will ihm das Gute verbieten und den Ring für sich selber haben. Da versucht Gandalf mit aller Liebe und Macht, Bilbo vom Gegenteil zu überzeugen – und schafft es gerade mal so. Bilbo gibt den Ring her, lässt ihn gehen, überlässt ihn Frodo. Und nachdem er ihn losgelassen hat, ist er erleichert wie nie zuvor. Er hat den Fluch besiegt, in dem er sich selbst verleugnet hat, nicht seinen eigenen Vorteil gesucht hat, sondern sich selbst aufgegeben hat.

Wenn ich mir mal kurz das Recht rausnehmen dürfte, Gandalf mit Jesus zu vergleichen, dann sehe ich mich selber in dem alten Hobbit wieder. Jesus verbiete mir doch das Gute, das Beste und Teuerste. Immer will er alles für sich selber und gibt mir gar nichts. Irgendwie ungerecht. So denke ich leider viel zu oft, dabei müsste ich den Ring nur gehen lassen und ich wäre wieder ein Sklave der Freiheit, ein Sklave Jesu, mit einem leichten und einfachen Joch…

Der Herr der Ringe - Einleitung

Veröffentlicht in Der Herr der Ringe bei Januar 31, 2008 von lotus-kid

 

Da ich gerade (mal wieder) den „Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien lese und immer wieder aufs Neue erstaunt bin, wie viele Parallelen es zur Bibel und zur „realen“ Welt gibt, wie viel man auf unser Leben anwenden kann, werde ich im folgenden versuchen einfach ein paar Gedanken dazu aufzuschreiben und euch daran teilhaben zu lassen. Wer weiß, vielleicht gibt es ja noch mehr Leute hier, die gerne Herr der Ringe lesen?

Dazu aber noch ein paar Worte vorweg.

 

Einleitung

Tolkien selber hat betont, dass das Buch selber keinen höheren Zweck verflogt wie z. B. die Narnia-Bücher seines Freundes C. S. Lewis.

„Was die tiefere Bedeutung oder „Botschaft“ des Textes angeht, so hat es nach Absicht des Autors keine. Es ist weder allegorisch, noch hat es irgendeinen aktuellen Bezug. [...] Doch die Allegorie in allen ihren Formen verabscheue ich von ganzem Herzen [...] Ich glaube dass Anwendbarkeit oft mit Allegorie verwechselt wird; doch liegt die eine im freien Ermessen des Lesers, während die andere von der Absicht des Autors beherrscht wird.“

Mit diesen Worten ist schon fast alles gesagt. Ich wende das Buch also nur an und bin mir dabei voll bewusst, dass es wahrscheinlich viele Punkte gibt, an denen die Anwendbarkeit auf Bibel und Christentum nicht stattfinden kann, ganz allein schon deswegen, weil Tolkien es aller Voraussicht nicht geplant hatte… aber wer weiß?

Dann gibt es noch eine Sache, die heftig diskutiert wird: Dürfen wir uns mit Zauberei „abgeben“. Mit Hexen, Ringen, bösen und guten Mächten, dunklen Herrschern und Fantasy-Gestalten?

Diese Frage möchte ich unkommentiert lassen. Wohl werde ich niemanden dazu kriegen ihren“seinen Standpunkt auch nur irgendwie zu verändern …

Aber gut, fangen wir an! Die Gedanken sind nicht chronologisch. Ich gehe nach Themen und nicht nach Ablauf des Buches vor.

Gott in dir?

Veröffentlicht in Theologie bei Januar 31, 2008 von lotus-kid

 

Ist ja schon ein komisches Wort: Ebenbild. Es heißt, wir sind ihm ähnlich! Das ist krass. Sonst hört man doch immer nur, dass wir Sünder sind, falsch, ungerecht und so gar nicht nach Gottes Geschmack. Gott selber sagt aber auch etwas anderes, was ebenfalls Gültigkeit besitzt. Ich habe Seele, DU hast Seele. Ich, Gott, habe dir etwas von mir gegeben. Etwas, das mir ähnelt. Etwas Göttliches sozusagen. An dieser Stelle muss ich immer an indische Religionen denken, die oft besagen, dass das Göttliche in uns lebt. Und das stimmt zum Teil auch. Unsere Seele ist wahrhaft göttlich, wenn auch etwas verloren…

ABBA - Super Trouper?!

Veröffentlicht in Theologie bei Januar 31, 2008 von lotus-kid

Wer sich schon mal gefragt hat, warum man sich kein Bild von Gott machen sollte, dem sei gesagt, es ist ganz einfach:

Gott ist nun mal Geist und Menschen können keine Geisteswesen herstellen. Für uns ist er nicht sichtbar. Wir sind nach seinem Ebenbild erschaffen, was bedeutet, das wir ebenfalls Geist haben – unabhängig vom Körper. Wenn wir also versuchen würden, Gott irgendwie bildlich darzustellen, so würden wir einen Super Trouper darstellen – reg- und bewegungslos. Ein Standbild oder ein Stillleben. Genau das passiert auch, wenn man Jesus in Fenster klebt, goldene Armbänder mit WWJD macht und ihn zu einem ausschließlich göttlichen Jesus macht. So einfach wird man ihn nicht los…

Wer versucht, Jesus, Gott in Form zu gießen endet genauso wie das Bild selbst. Super Trouper! Kältestarre!

Dein Reich komme…

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Januar 26, 2008 von lotus-kid

Da sind wir doch alle dafür oder nicht? Und dann der zweite Teil:

…(dein Wille geschehe) wie im Himmel so auf Erden?!

Den Spruch kennt ja jeder, und es im Verhältnis zu ganzen Bibel nur wenige Verse, die wirklich alle auswendig können. Das ist ein riesiges Problem der Überbewertung einzelner Verse. Sehr schade, denn damit geht meistens der tiefere Sinn verloren. Na jedenfalls ist der Vers nicht so schwer zu verstehen (meiner Meinung nach):

 

Also ist sein Reich doch von dieser Erde? Ich denke ja. Sein Reich ist das Reich der Armen, der Bettler, der Penner, der Ausgestoßenen, der Kranken usw…. Und wir sollen hier auf Erden sein Reich bauen! Mithelfen an Gottes wunderbarem Werk. Und dann guckt euch die Gemeinden an: Mittelständler, Reiche, Betuchte, Gutaussehende… Normale Leute, wie du und ich. Ob das wohl Gottes Reich ist?

Heath Ledger - Bereit für den Tod?

Veröffentlicht in Mass Media Medication bei Januar 23, 2008 von lotus-kid

Als ich heute morgen aufgestanden bin und (nach langer Zeit mal wieder) das Radio angeschaltet habe, war ich geschockt zu erfahren, dass Heath Ledger tot gefunden wurde. Natürlich klingelte es, als gesagt wurde, dass er erst 28 Jahre jung war. So weit weg von der 27 ist es ja nicht. Selbstmord? Noch steht die wirkliche Todesursache nicht fest, aber für mich deutet alles darauf hin. Von Depressionen und Schlafstörungen geplagt? Mir tut er wirklich Leid und wenn du ebenfalls so etwas in der Richtung fühlst, dann hast du mein Mitleid auf deiner Seite.

Es ist doch scheisse, ein Sklave zu sein. Sklave des Ego. Sklave der Lüge. Ich hoffe du findest Ruhe und Frieden für deine Seele. Ich wünschte Heath Ledger hätte sie gefunden…

“Ein Kind zu haben verändert jeden Teil deines Lebens - zum besseren natürlich. Die Opfer sind groß, aber was du dafür bekommst, ist größer als das, was du dafür opferst.”

“Ich fühle mich auf eine Art bereit für den Tod, weil ich in meinem Kind weiter lebe.”

R. A. Torrey – Der Heilige Geist

Veröffentlicht in Rezensionen bei Januar 23, 2008 von lotus-kid

 

… sollte eigentlich die „Taufe mit dem Heiligen Geist“ genannt werden. Torrey belegt eindeutig, dass eine Taufe mit dem Heiligen Geist bei jedem Gläubigen notwendig ist. Aber HALT! Nicht gleich abschalten und sagen „Das ist nichts für mich!“. Nimm’ dir den Augenblick und kauf dir das Buch, oder leih es dir aus, oder geh’ selbst auf die Suche nach Gottes Geist. Er will dir Power geben! Praktische Theologie wird geboten, nichts abgehobenes oder etwas für die „Rationalen“. Jeder der für seine Arbeit nach Vollmacht verlangt oder seine Arbeit nicht die gewünschten Erfolge bringt, sollte das Buch lesen. Außerdem spürt man die Liebe Torrey’s zu den Menschen. Es geht nicht darum, sich den Heiligen Geist abzuholen, um dann ein guter Christ zu sein. Es geht darum, dass Gott dir so viel mehr geben möchte, als du vielleicht glaubst.

Shane Claiborne - Ich muss verrückt sein, so zu leben

Veröffentlicht in Rezensionen bei Januar 23, 2008 von lotus-kid

Wer sich fragt, wie denn so ein “Christenleben” aussehen kann oder aussehen muss (?), der ist hier genau richtig. Das Buch ist eine Mischung aus Autobiographie und eigenen Gedanken, vielleicht sogar eine Art Tagebuch.

Auf der Suche nach echtem Leben in Gemeinde und unter Christen reist er nach Kalkutta zu Mutter Teresa, baut er mit seinen Freunden den Simple Way auf, tut er genau das, was Jesus sagt, nimmt Gott und die Bibel ernst - kein selektiver Radikaler, von denen es mehr als genug gibt, sondern ein ganz gewöhnlicher Nachfolger… Kontrovers und herausfordernd gibt es klare Statements á la “Jesus war obdachlos!”.

Wer auf der Suche nach Alternativen (von Gemeinde, langweiligen Predigten etc.) ist, sollte entweder die Bibel nehmen und schauen, was Jesus sagt oder Shane Claiborne für einen Augenblick zuhören, sich auf (s)ein Abenteuer einlassen und dann nachfolgen.

Auch gut zu lesen in Kombination mit “In seinen Fußstapfen“(Sheldon).