Lukas 5,27f und 6,39ff
Als Jesus weiterzog, sah er den Zolleinnehmer Levi am Zoll sitzen. Jesus forderte ihn auf: «Komm, geh mit mir!» Ohne zu zögern, verließ Levi alles und ging mit ihm. Kurz darauf gab er für Jesus in seinem Haus ein großes Fest.
Lukas 5,27f
Diese Stelle fasziniert mich. Ist euch das schon einmal aufgefallen? Er verlässt alles und gibt danach eine Party in seinem Haus… Anscheinend hat er doch nicht alles verlassen. Ich glaube es geht nicht darum, alles zu verlassen (auch wenn Matthäus das mit Sicherheit später wirklich getan hat), sondern vielmehr die Bereitschaft, Jesus alles zur Verfügung zu stellen. Das kommt ein Kapitel später sehr deutlich zur Sprache, als Jesus über sich selber in Gleichnissen redet:
«In seinen Predigten gebrauchte Jesus immer wieder Beispiele: «Wie kann ein Blinder einen anderen Blinden führen? Werden sie nicht beide in den Abgrund stürzen? Ein Schüler kann nur so viel wissen wie sein Lehrer. Wenn er alles von ihm gelernt hat, wird er doch nur so klug wie der Lehrer sein. Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber, der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, erlaube, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge! Und dann wirst du klar sehen, um den Splitter herauszuziehen, der in deines Bruders Auge ist.»
«Ein guter Baum trägt keine schlechten Früchte und ein schlechter Baum keine guten. So kann man jeden Baum an seinen Früchten erkennen. Von Dornbüschen erntet man keine Feigen und von Gestrüpp keine Weintrauben. Also wird ein guter Mensch auch Gutes tun, eben weil er gut ist. Aber ein böser Mensch wird schlecht handeln, weil seine Absichten und Gedanken böse sind. So wie unser Wesen ist - gut oder böse -, so werden wir reden und handeln.»
«Warum nennt ihr mich dauernd ‘Herr!’, wenn ihr doch nicht tut, was ich euch sage?»
(Lukas 6,39ff)
Jesus deutet hier auf sich selber hin. Er ist unser Hirte, unser Leiter. Menschen sind blind, Jesus nicht. Jesus ist unser Lehrer und wir können nur so groß werden wie er. Er zeigt uns unseren Balken, unsere Fehler. Jesus ist der gute Früchte tragende Baum.
Ich denke in dem ganzen Abschnitt geht es nur darum, dass wir uns auf Jesus verlassen sollten, nicht auf Menschen. Es kommt auf deinen Weg mit Gott an, nicht auf Gemeinde, Älteste oder sonst irgendetwas, sondern in erster Linie auf DICH und Jesus!
Und genau da, wo du jetzt bist, dort will Gott etwas Gutes mit dir anfangen. Er will dein Liebhaber und Lehrer sein, seine Liebe zu dir beweisen. Diese Liebe kann nicht anders als Frieden und Freude zu verteilen. Wenn man sich komplett Jesus hingibt, wird er seine Gnade über dir ausgießen. „Sei mir gnädig“, so wird er es sein!