Archiv für Januar, 2008

Lukas 5,27f und 6,39ff

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Januar 14, 2008 von lotus-kid

 

Als Jesus weiterzog, sah er den Zolleinnehmer Levi am Zoll sitzen. Jesus forderte ihn auf: «Komm, geh mit mir!» Ohne zu zögern, verließ Levi alles und ging mit ihm. Kurz darauf gab er für Jesus in seinem Haus ein großes Fest.

Lukas 5,27f

Diese Stelle fasziniert mich. Ist euch das schon einmal aufgefallen? Er verlässt alles und gibt danach eine Party in seinem Haus… Anscheinend hat er doch nicht alles verlassen. Ich glaube es geht nicht darum, alles zu verlassen (auch wenn Matthäus das mit Sicherheit später wirklich getan hat), sondern vielmehr die Bereitschaft, Jesus alles zur Verfügung zu stellen. Das kommt ein Kapitel später sehr deutlich zur Sprache, als Jesus über sich selber in Gleichnissen redet:

«In seinen Predigten gebrauchte Jesus immer wieder Beispiele: «Wie kann ein Blinder einen anderen Blinden führen? Werden sie nicht beide in den Abgrund stürzen? Ein Schüler kann nur so viel wissen wie sein Lehrer. Wenn er alles von ihm gelernt hat, wird er doch nur so klug wie der Lehrer sein. Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber, der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, erlaube, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge! Und dann wirst du klar sehen, um den Splitter herauszuziehen, der in deines Bruders Auge ist.» 
«Ein guter Baum trägt keine schlechten Früchte und ein schlechter Baum keine guten. So kann man jeden Baum an seinen Früchten erkennen. Von Dornbüschen erntet man keine Feigen und von Gestrüpp keine Weintrauben. Also wird ein guter Mensch auch Gutes tun, eben weil er gut ist. Aber ein böser Mensch wird schlecht handeln, weil seine Absichten und Gedanken böse sind. So wie unser Wesen ist - gut oder böse -, so werden wir reden und handeln.» 
«Warum nennt ihr mich dauernd ‘Herr!’, wenn ihr doch nicht tut, was ich euch sage?»

(Lukas 6,39ff)

 

Jesus deutet hier auf sich selber hin. Er ist unser Hirte, unser Leiter. Menschen sind blind, Jesus nicht. Jesus ist unser Lehrer und wir können nur so groß werden wie er. Er zeigt uns unseren Balken, unsere Fehler. Jesus ist der gute Früchte tragende Baum.

Ich denke in dem ganzen Abschnitt geht es nur darum, dass wir uns auf Jesus verlassen sollten, nicht auf Menschen. Es kommt auf deinen Weg mit Gott an, nicht auf Gemeinde, Älteste oder sonst irgendetwas, sondern in erster Linie auf DICH und Jesus!

Und genau da, wo du jetzt bist, dort will Gott etwas Gutes mit dir anfangen. Er will dein Liebhaber und Lehrer sein, seine Liebe zu dir beweisen. Diese Liebe kann nicht anders als Frieden und Freude zu verteilen. Wenn man sich komplett Jesus hingibt, wird er seine Gnade über dir ausgießen. „Sei mir gnädig“, so wird er es sein!

 

Große Liebe in kleinen Dingen

Veröffentlicht in Zitiert bei Januar 14, 2008 von lotus-kid

 

Wir können keine großen Dinge tun, nur kleine mit viel Liebe. Es geht nicht darum, wie viel man tut, sondern mit wie viel Liebe man es tut.

- Mutter Teresa

Wunder

Veröffentlicht in Zitiert bei Januar 14, 2008 von lotus-kid

Wunder sind weniger Ausdruck der Macht Jesu als vielmehr der Ausdruck seiner Liebe.

 

- Shane Claiborne

Trennung von Kirche und Staat – MAKE LOVE NOT WAR!

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Januar 14, 2008 von lotus-kid

Was ist da bloß passiert? Unserer Kirche wurde die Vision genommen. Der Leib Jesu wurde wieder einmal in zwei Teile zerrissen. Und in dieser gespaltenen schizophrenen Lage befindet sich die Gemeinde der westlichen Welt. Die Gemeinschaft wurde ihrer Träume und ihrer Visionen beraubt. Welches Ziel hat denn das christliche Leben? Welches Ziel trägt der Leib Christi, wenn nicht die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Ich muss sagen, dass mir der Spruch der 68’er gefällt:

„MAKE LOVE NOT WAR!“

(Das einzige Problem ist, dass make love gleichgesetzt wurde mit Sex.) Aber der Spruch hätte genauso gut von Jesus selbst kommen können. Jesus hat Liebe gemacht, Armen Reichtum versprochen, Durstigen Wasser gegeben, Behinderte geheilt. Jesus’ Ziel war es, der Menschheit zu helfen und einen dritten Weg einzuschlagen. Nicht den Weg des Hasses, nicht den Weg der Passivität, sondern er zeigte uns den Weg der aktiven Liebe, des Liebe-Machens.

Wer hat uns dieser Vision beraubt? Wer hat uns den Traum einer alternativen Welt, einer guten Welt, einer besseren Welt vergessen lassen? Wer ist für Liebe zuständig, wenn nicht Jesus’ Jünger? Wir sind Jesus. Du bist Jesus. Du bist dazu berufen, auserwählt Jesus zu sein, ihm nachzufolgen. Das ist Gottes Plan. Du sollst genau wie Jesus den Armen helfen. Ich bin ebenfalls dazu berufen. Und auch wenn ich keine Ahnung habe, wie ich es anstellen soll, so habe ich doch diesen Wunsch und möchte diesen Traum eines Tages leben!

Die Trennung von Kirche und Staat hat dazu geführt, uns selbstgefällig auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: „Jetzt brauchen wir nicht mehr zu leben.“ Wir nehmen unser Kreuz täglich auf uns, was heißt: Zwei Stunden in der Woche mehr Bibellesen. Eine halbe Stunde mehr beten. Das sind die „Opfer“, die uns als Christen ausmachen. Das ist unser Kreuz. Doch Jesus Kreuz sah wirklich ganz anders aus. Es ist real (aus Holz!), abschreckend und verlocken, tötet und ist doch lebendig. Von den Schriftgelehrten unserer Tage wird ein Lebensstil der Passivität oder bestenfalls der falschen Aktivität angeboten und gesagt: „So tust du Gut!“ Kein Wunder, warum wir keine Kraft haben, warum wir Christsein abstempeln als langweilig, unattraktiv, mittelmäßig. Kein Wunder, dass wir keine liebende Gemeinschaft unter Christen haben, wenn wir kein gemeinsames Ziel haben…

Wer zeigt mir wie echte Gemeinschaft unter Christen aussieht? Wer zeigt mir die Liebe? Wer kann in den Augen eines Christen Jesus selbst erkennen? Wo ist diese Liebe? Wo sind die Holzsplitter des Kreuzes?

Hier sehe ich die heutige Kirche. Eine verwundete Hure, meine Mutter, die auf dem Boden liegt und anstatt Hilfe und Heilung von Gott zu erbeten, sich um sich selbst dreht und dreht und dreht… Kirche und Staat muss wieder vereint werden. Christsein muss wieder mit Liebe gefüllt werden, um aktiv zu werden. Politisch, wirtschaftlich, gemeinschaftlich! Wenn wir Jesu Hilfe erbitten, heulend und zerbrochen auf dem Boden liegen, unserer eigenen Unzulänglichkeit bewusst, Heilung erwartend und dann auch empfangend, dann können wir wieder eine frohe Botschaft verkünden – und zwar den Armen, nicht den Reichen.

Leben ist mehr

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur, Leben im Glashaus bei Januar 11, 2008 von lotus-kid

Sag Nein zur Karriere. Sag Nein zur Familie. Sag Nein zu einem pervers großen Fernseher. Sag Nein zu Waschmaschinen, Autos, CD Playern und elektrischen Dosenöffnern… Sag Nein zur Bausparkasse. Sag Nein zur ersten Eigentumswohnung. Sag Nein zu den richtigen Freunden… Sag Nein zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in hunderten von scheiß Stoffen. Sag Nein zu ‘Do It Yourself’ und dazu, dass du am Sonntagmorgen nicht mehr weißt wer du bist. Sag Nein dazu auf deiner Couch zu hocken und dir Hirn lähmende Gameshows Reinzuziehen und dich dabei mit scheiß Junkfrass voll zu stopfen… Sag Ja zur Zukunft. Sag Ja zum Leben

Jedenfalls können wir so nicht weiterleben. Nicht wie bisher.

Das Alte muss weg, das Arme muss werden.

 

 

P.S.: Jesus war obdachlos!

Themonstration

Veröffentlicht in Theologie bei Januar 11, 2008 von lotus-kid

Wir brauchen Theologie, um uns zu rechtfertigen.

Wir brauchen Theologie, um unser Gewissen zu beruhigen.

Wir brauchen Theologie, die uns sagt, dass wir richtig leben.

Wir brauchen Theologie, die Armut leugnet.

Wir brauchen Theologie, um unsere Streitsucht zu befriedigen.

Wir brauchen Theologie, die uns cooooool macht.

Wir brauchen Theologie, damit wir Glauben nicht leben müssen.

Wir brauchen Theologie, die uns die Augen verschließt.

Wir brauchen Theologie, um Gott nicht ernst zu nehmen.

Wir brauchen Theologie … nicht!

Vom Geben und Nehmen

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Januar 10, 2008 von lotus-kid

Warum gibt es eigentlich so viele Bücher über Lehre, die richtige Herangehensweise an die Bibel, die richtige Auslegung und die beste Theologie? Lehre ist doch auch „nur“ eine Gabe des Geistes! Eine die man nicht erlernt, sie dafür lernt zu benutzen. Genauso wie Prophetie oder Zungenrede. Entweder hat man diese Gabe oder man hat sie nicht, warum wird also immer wieder versucht mit menschlicher Kraft Prediger und Älteste aufzuziehen?

Die, die eine Predigtschulung oder eine Bibelschule nicht durchhalten, können getrost zu hause bleiben und sind nicht gefragt. Die dürfen dann die Toiletten putzen…

Ich wünsche mir wirklich eine Gemeinde, die schwach ist. Wo man sieht, dass die Menschen, die sich dort treffen arme Schweine sind und das nicht nur in geistiger und seelischer Hinsicht! Was wäre das für ein großartiges Zugeständnis an Gottes Kraft. Dann kann sein Geist auch seine besonderen Gaben an uns verteilen, ohne dass wir viel dazu tun müssten (was wir eh nicht können. Wie man sieht, kommt dabei viel Blödsinn bei raus.) Wer sagt schon: Gott hat mich befähigt, zu (p)red(ig)en. Vielmehr wird auf dieses oder jenes Seminar oder Buch verwiesen. Gott wird dadurch klein gemacht und seine Gabe nicht deutlich ersichtbar, sondern verwässert, bis man nicht mehr klar sehen kann, wer die Gabe hat und wer nicht.

„Gute Taten zeichnen keinen guten Menschen aus, aber ein guter Mensch tut Gutes.“ So oder so ähnlich hat Martin Luther das einmal ausgedrückt, was wir immer umzukehren versuchen. Und das lässt sich auf alle Bereiche anwende. Auch auf das Predigen etc.:

„Eine gute Rede zeichnet keinen guten Prediger aus, aber ein guter Redner predigt gut.“

Natürlich kann man sich das Recht nehmen, zu predigen, aber besser wäre es, wenn der Geist diese Fähigkeit gibt! (Ich mag Statements nicht L)

Die Not-Wende

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Januar 10, 2008 von lotus-kid

Manchmal glaube ich wirklich, dass Wiedergeborene kraftmäßig ausgebeutet werden. Nicht unbedingt mit einer bösen Intention dahinter, aber eben doch ausgebeutet. Danach werden sie natürlich seelisch wieder aufgepäppelt, das nennt sich dann Seelsorge, um im Anschluss wieder arbeiten zu gehen…

Die Schwachen sollen kommen, die Armen, die Deprimierten, die Fertigen, der Abschaum. Aber diese Menschen kommen fast nicht mehr. Aber die kriegen eher eins auf den Deckel, sind von Gemeinde und somit auch von Gott enttäuscht und bleiben lieber weg, als sich das ganze weiter anzutun. Das ist ein Armutszeugnis für mich und für die Gemeinde. Tatsächlich ist nämlich kaum Liebe vorhanden, die uns zusammenhält.

Ein alternativer Lebensstil prägt das Christentum nicht sonderlich. Ein theoretisches Glaubensbekenntnis muss abgelegt werden, aber wie man Jesus nachlebt, dass weiß keiner so genau. Auch wenn viele meinen, das Bibellesen und Seminare und dies und jenes eine gesunde Nachfolge ausmachen, sei dir gesagt: das gilt nicht für alle! Theologie ist nämlich manchmal einfach nur dazu da, um die Bibel nicht ganz so ernst zu nehmen, wie es drinsteht. Würde das nämlich jeder machen (damit sind auch die guten, alten Christen und Führerpersönlichkeiten gemeint!) würden wir wirklich sagen könne, wir folgen Jesus nach.

Ich brauche Erweckung, neue Inspiration und neue Impulse von Gott, damit ich irgendwann wirklich sagen kann: Ich folge Jesus nach! Ich will arm werden, nichts haben, um mir von Gott alles schenken zu lassen.

Eine Wende ist nicht nur bei mir nötig.