Das Gleichnis von den 2 Söhnen (Matthäus 21)
Veröffentlicht in Auslegungssache bei März 31, 2008 von lotus-kidEin Anspiel in einem Akt. (nach Matthäus 21)
Es treten auf:
Mama Hampel
Sohn Nummer 1
Sohn Nummer 2
Akt 1
Mama Hampel zu Sohn Nummer 1: Hast du Lust mir nachher beim Einkauf zu helfen?
Sohn Nummer 1: Nein, Mama.
Mama Hampel zu Sohn Nummer 2: Hast du Lust mir nachher beim Einkauf zu helfen?
Sohn Nummer 2: Na klar, Mama, mach‘ ich!
Mama Hampel will losfahren zum Einkauf und trifft auf Sohn Nummer 1, der ihr erzählt, dass Nummer 2 doch nicht will und er jetzt mitfährt.
Mama Hampel: Was glaubst DU, wer hat den Willen der Mutter getan?
Ich sage dir, dass die Prostituierten und Hartz IV-Empfänger noch vor dir und mir ins Himmelreich einziehen werden.
Ende
von Anfang
Vielleicht etwas zu provokant, aber ich hoffe der Punkt ist deutlich geworden: Was haben Prostituierte und Hartz IV Empfänger mit dem Einkauf und mit dem Himmel zu tun?
Genau so haben die Menschen bestimmt damals auch gedacht, als Jesus ihnen das Gleichnis von den 2 Söhnen erzählt. Ich glaube, es geht darum, dass diese Menschen eben NICHT den Willen vom Vater getan haben. Eine Prostituierte zur damaligen Zeit wird in diesem Milieu geblieben sein. Der Hartz IV-Empfänger auch… Es geht darum, dass es Gott unter keinen Umständen auf die Handlungen ankommt, sondern auf das Herz. Es interessiert ihn nicht die Bohne, ob du beim Einkauf mithilfst oder nicht. Es interessiert ihn nur, ob dein Herz an ihm hängt.
Würdest du sagen, dass eine Prostituierte Gottes Willen tut? Nein?
Zum Weiterdenken:
“Was sagt ihr dazu: Ein Mann hatte zwei Söhne. Er bat den ersten: ‘Mein Sohn, arbeite heute in unserem Weinberg!’ ‘Ich will aber nicht!’, entgegnete dieser. Später tat es ihm leid, und er ging doch an die Arbeit. Auch den zweiten Sohn forderte der Vater auf, im Weinberg zu arbeiten. ‘Ja, Herr’, antwortete der. Doch er ging nicht hin. Wer von den beiden Söhnen hat nun getan, was der Vater wollte?” Sie antworteten: “Der erste natürlich!” Da sagte Jesus: “Eins ist sicher: Die betrügerischen Zolleinnehmer und Huren kommen eher in Gottes neue Welt als ihr. Johannes der Täufer zeigte euch den Weg zu Gott und forderte euch auf, zu Gott umzukehren. Aber ihr wolltet nichts von ihm wissen. Die Betrüger und Huren dagegen folgten seinem Ruf. Und obwohl ihr das gesehen habt, kamt ihr nicht zur Besinnung und wolltet ihm immer noch nicht glauben.”
Warum gibt Jesus hier eigentlich keine Antwort auf die Frage? Er geht überhaupt nicht auf sein vorher erzähltes Gleichnis ein. Er sagt nicht, wer den Willen des Vaters getan. Oder doch? Wenn dann indirekt. Und wenn er sagt, wer den Willen getan hat, dann doch, dass der den Willen getan hat, der ihn nicht getan hat… Die Prostituierten sind doch wie oben schon erwähnt eher in diesem Metier geblieben. Wo sollten sie auch hingehen?
Ist das Gleichnis vielleicht sogar total unwichtig? Gibt es noch eine Art dritten Sohn?

