Archiv nach Kategorie "Auslegungssache"

Das Gleichnis von den 2 Söhnen (Matthäus 21)

Veröffentlicht in Auslegungssache bei März 31, 2008 von lotus-kid

Ein Anspiel in einem Akt. (nach Matthäus 21)

 

Es treten auf:

Mama Hampel

Sohn Nummer 1

Sohn Nummer 2

 

Akt 1

 

Mama Hampel zu Sohn Nummer 1:        Hast du Lust mir nachher beim Einkauf zu helfen?

Sohn Nummer 1:                                            Nein, Mama.

Mama Hampel zu Sohn Nummer 2:        Hast du Lust mir nachher beim Einkauf zu helfen?

Sohn Nummer 2:                                            Na klar, Mama, mach‘ ich!

 

Mama Hampel will losfahren zum Einkauf und trifft auf Sohn Nummer 1, der ihr erzählt, dass Nummer 2 doch nicht will und er jetzt mitfährt.

 

Mama Hampel: Was glaubst DU, wer hat den Willen der Mutter getan?

 

Ich sage dir, dass die Prostituierten und Hartz IV-Empfänger noch vor dir und mir ins Himmelreich einziehen werden.

 

Ende

von Anfang

 

Vielleicht etwas zu provokant, aber ich hoffe der Punkt ist deutlich geworden: Was haben Prostituierte und Hartz IV Empfänger mit dem Einkauf und mit dem Himmel zu tun?

Genau so haben die Menschen bestimmt damals auch gedacht, als Jesus ihnen das Gleichnis von den 2 Söhnen erzählt. Ich glaube, es geht darum, dass diese Menschen eben NICHT den Willen vom Vater getan haben. Eine Prostituierte zur damaligen Zeit wird in diesem Milieu geblieben sein. Der Hartz IV-Empfänger auch… Es geht darum, dass es Gott unter keinen Umständen auf die Handlungen ankommt, sondern auf das Herz. Es interessiert ihn nicht die Bohne, ob du beim Einkauf mithilfst oder nicht. Es interessiert ihn nur, ob dein Herz an ihm hängt.

Würdest du sagen, dass eine Prostituierte Gottes Willen tut? Nein?

 

 

Zum Weiterdenken:

 

“Was sagt ihr dazu: Ein Mann hatte zwei Söhne. Er bat den ersten: ‘Mein Sohn, arbeite heute in unserem Weinberg!’ ‘Ich will aber nicht!’, entgegnete dieser. Später tat es ihm leid, und er ging doch an die Arbeit. Auch den zweiten Sohn forderte der Vater auf, im Weinberg zu arbeiten. ‘Ja, Herr’, antwortete der. Doch er ging nicht hin. Wer von den beiden Söhnen hat nun getan, was der Vater wollte?” Sie antworteten: “Der erste natürlich!” Da sagte Jesus: “Eins ist sicher: Die betrügerischen Zolleinnehmer und Huren kommen eher in Gottes neue Welt als ihr. Johannes der Täufer zeigte euch den Weg zu Gott und forderte euch auf, zu Gott umzukehren. Aber ihr wolltet nichts von ihm wissen. Die Betrüger und Huren dagegen folgten seinem Ruf. Und obwohl ihr das gesehen habt, kamt ihr nicht zur Besinnung und wolltet ihm immer noch nicht glauben.”

 

Warum gibt Jesus hier eigentlich keine Antwort auf die Frage? Er geht überhaupt nicht auf sein vorher erzähltes Gleichnis ein. Er sagt nicht, wer den Willen des Vaters getan. Oder doch? Wenn dann indirekt. Und wenn er sagt, wer den Willen getan hat, dann doch, dass der den Willen getan hat, der ihn nicht getan hat… Die Prostituierten sind doch wie oben schon erwähnt eher in diesem Metier geblieben. Wo sollten sie auch hingehen?

Ist das Gleichnis vielleicht sogar total unwichtig? Gibt es noch eine Art dritten Sohn?

Die Schöpfung – und es war nicht gut…

Veröffentlicht in Auslegungssache bei März 3, 2008 von lotus-kid

Also irgendetwas muss bei der Schöpfung ja wohl falsch gelaufen sein. Entweder hat sich Gott geirrt, oder er hat einfach etwas vergessen oder… Jedenfalls sagt nachdem er alles geschaffen hat: Es war sehr gut (1. Mose 1, 1). Und dann in Kapitel zwei nur ein paar Verse später: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei (V. 18). Also ist doch Tatsache ein Fehler unterlaufen. Der Schöpfergott hat den Menschen nun geschaffen und vergisst einfach, dass der Mensch einsam ist?

Ich bin oft darüber gestolpert, aber wusste keine richtige Antwort, bis ich über dieselbe gestolpert bin. Also ich gehe einfach Vers für Vers, step by step durch. Allerdings nicht wirklich teifgreifend, nur was mir dazu einfällt. (Also wer möchte, den Bibeltext neben einem aufgeschlagen haben (z. B. unter www.bibleserver.com). ) 

Kapitel 1

1 – 8: Hier gibt es schon die ersten Anzeichen auf die Dreieinigkeit. „Gottes Geist schwebte über den Wassern“ a.k.a. der Heilige Geist. „Und Gott sprach…“ Schon die Andeutung auf Jesus, das Wort (wurde Fleisch und wohnte unter uns). „Und Gott machte…“ Also der Vater. Sehr interessant, dass der Geist Gottes auf der Erde schwebte oder immer noch schwebt?

9- 25: Gott schafft Wasser, Erde, Pflanzen, Tiere, jeweils im Abstand von einem Tag. Bis hierhin ist noch alles klar. Alles tutti frutti, wenn man so will.

26: Jetzt wird’s spannend. „Lasst uns Menschen machen, uns ähnlich.“ Schon wieder eine Anspielung darauf, dass die christliche Religion kein Monotheismus ist! Und anscheinend wird nicht nur ein Adam geschaffen, sondern mehrere (Menschen=Plural). Puh, Glück gehabt, ansonsten hätte man nämlich sagen müssen, dass wir alle von Inzestern abstammen…

27: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ Also nix mit Adam und Eva? Nein! Nicht nur zwei, sondern mehrere und es war auch nicht schlecht, sondern Gott weiß von Anfang an, dass es Mann und Frau sein müssen.

28: Wie sonst hätte sich denn Adam auch vermehren können ohne Eva? Stelle ich mir schwierig vor… Männlich und weiblich bedingen sich. Alle beiden stehen direkt unter Gott, sind ihm gleich, es gibt keinen Unterschied, jeweils nicht im Herrschaftsbereich. Sie herrschen beide gleichberechtigt über die Tier- und Pflanzenwelt.

29: Hier die Aufforderung: Seid Vegetarier! J Früchte und Pflanzen sind cool, die dürft ihr essen, Fleisch empfehle ich euch nicht, denn

30: „allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, habe ich alles grüne Kraut zur Speise gegeben.“ Klingt gut und das überrascht selbst mich gerade. Tiere haben eine Seele? Wow. Da bin ich gerade platt. Vielleicht gibt es also tatsächlich eine Auferstehung der Tiere…

31: „… es war sehr gut.“ Dem kann ich nur zustimmen.

Kapitel 2

1 – 4: Der siebte Tag ist der heilige Tag, die Schöpfung ist vorbei.

5: Und dann fängt die Schöpfung wieder an? Hier bringt der Verfasser doch irgendetwas durcheinander?  Also die Pflanzen und Bäume waren nur als Samen vorhanden, dann wird der Mensch gebildet und dann erst die Tiere (siehe Vers 19). Kommt mir alles sehr durcheinander vor… Hier hilft auch nicht das Argument weiter, dass es eine detaillierte Beschreibung des sechsten Schöpfungstages ist, denn dann werden die Tiere nach dem Menschen gebildet. Das widerspricht sich aber mit dem Schöpfungsbericht ein Kapitel davor. Also drückt das Wort bilden vielleicht etwas anderes aus? So eine Art Charakterbildung?

Ehrlich gesagt glaube ich, dass der Autor hier chronologisch vorgeht. Alles was nach der Schöpfung passiert, passiert auch nach dem Vers 4. Die Schöpfung ist abgeschlossen, der siebte Tag vorbei. Die Betonung liegt in diesem Kapitel, wie ich denke auf der Liebe.

Also: Land vorhanden, Samen vorhanden, Menschen? Vorhanden! Nur noch nicht da, um das Land zu bebauen.

6: Die Pflanzen fangen an zu wachsen, da Wasser aufsteigt.

7:  Das klingt wirklich ein bisschen so wie Charakterbildung – „…da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.“ Leider tut sich hier der nächste Widerspruch auf. Wenn doch hier alles nach der Schöpfung spielt, warum bekommt er dann erst hier seine zweite Seele, die er doch am sechsten Tag schon bekommen hat? Ich habe keine befriedigende, nur eine unbefriedigende Erklärung: Die Seele wird zwar in Kap. 1 Vers 30 angesprochen, aber sie muss nicht unbedingt schon vorhanden gewesen sein! Das würde sich auch mit der Chronologie vertragen: Erinnern wir uns an Vers 4: „Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden…“ Nach Vers 4 wird also die Schaffung des unsichtbaren Lebens beschrieben. Die Menschen waren also vorher so wie Tiere. Es gab keinen wirklichen Unterschied. Jetzt aber gibt er den Unterschied…

 

Fortsetzung folgt…

Kann man Gnade essen? (Lukas 7,36ff)

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Februar 14, 2008 von lotus-kid

Das ist gerade eine meiner Lieblingspassagen, weil sie Gnade auf einmal greifbar macht. Wer weiß schon etwas mit Gnade anzufangen? Woher kommt sie, was bewirkt es, wo geht er hin? Kann man das Essen? Jesus weiß, was Gnade bewirkt:

Liebe!

Und Gnade gegenüber anderen Menschen.

Wenn ich Gnade richtig verstehe, dann liebe ich den Menschen mehr und mehr, sehe sie nicht mehr als Sünder, sondern als verlorene Schafe, nicht mehr als Abfall und Dreck, den man eigentlich abschieben müsste und der es nicht wert ist, geliebt zu werden, sondern als jemand, dem ich meine Liebe entgegenbringen kann, weil Jesus das auch getan hat.

Wem viel vergeben wurde, der vergibt viel. Wenn ich weiß, dass ich allein aus Gnade leben darf, dann weiß ich auch, dass alle anderen genauso gnädig zu behandeln sind. Wie ich richte, so wird Gott später auch mit mir richten. Richte ich mit Gnade oder verspüre ich Rachsucht? Will ich vergeben oder möchte ich viel lieber verurteilen?

Wer in seinem Herzen glaubt, Gott ist ein ausschließlich strafender Gott, wird auch mit Menschen so umgehen. Er wird Angst verbreiten und Furcht, nicht Liebe und Gnade.

Meine Vergebung steht also in direktem Zusammenhang, proportional, wenn man so will, mit der Liebe, die ich austeile. Wo wenig Liebe zu dem Menschen ist, da ist auch wenig Verständnis von Gnade. Wo wenig Verständnis von Gnade herrscht, da ist auch kein Verständnis von Gottes Basis-Prinzip. So leicht und doch so schwer.

Einmal wurde Jesus von einem Pharisäer zum Essen eingeladen. Er ging in das Haus dieses Mannes und setzte sich an den Tisch. Da kam eine Prostituierte herein, die in dieser Stadt lebte. Sie hatte erfahren, dass Jesus bei dem Pharisäer eingeladen war. In ihrer Hand trug sie ein Fläschchen mit wertvollem Salböl. Die Frau ging zu Jesus, kniete bei ihm nieder und weinte so sehr, dass seine Füße von ihren Tränen nass wurden. Mit ihrem Haar trocknete sie die Füße, küsste sie und goss das Öl darüber. Der Pharisäer hatte das alles beobachtet und dachte: “Wenn dieser Mann wirklich ein Prophet wäre, müsste er doch wissen, was für eine Frau ihn da berührt. Sie ist doch eine stadtbekannte Hure!”

“Simon, ich will dir etwas erzählen”, unterbrach ihn Jesus in seinen Gedanken. “Ja, ich höre zu, Lehrer”, antwortete Simon. “Ein reicher Mann hatte zwei Leuten Geld geliehen. Der eine Mann schuldete ihm fünfhundert Silberstücke, der andere fünfzig. Weil sie das Geld aber nicht zurückzahlen konnten, schenkte er es beiden. Welcher der beiden Männer wird ihm nun am meisten dankbar sein?” Simon antwortete: “Bestimmt der, dem er die größte Schuld erlassen hat.” “Du hast Recht!”, bestätigte ihm Jesus.

Dann blickte er die Frau an und sagte: “Sieh diese Frau, Simon! Ich kam in dein Haus, und du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben, was doch sonst selbstverständlich ist. Aber sie hat meine Füße mit ihren Tränen gewaschen und mit ihrem Haar getrocknet. Du hast mich nicht mit einem Kuss begrüßt. Aber seit ich hier bin, hat diese Frau immer wieder meine Füße geküsst. Du hast meine Stirn nicht mit Öl gesalbt, während sie dieses kostbare Öl sogar über meine Füße gegossen hat. Ich sage dir: Ihre große Schuld ist ihr vergeben; und darum hat sie mir so viel Liebe gezeigt. Wem aber wenig vergeben wird, der liebt auch wenig.” Zu der Frau sagte Jesus: “Deine Sünden sind dir vergeben. [...] Dein Glaube hat dich gerettet! Geh in Frieden.” 


 

Dein Reich komme…

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Januar 26, 2008 von lotus-kid

Da sind wir doch alle dafür oder nicht? Und dann der zweite Teil:

…(dein Wille geschehe) wie im Himmel so auf Erden?!

Den Spruch kennt ja jeder, und es im Verhältnis zu ganzen Bibel nur wenige Verse, die wirklich alle auswendig können. Das ist ein riesiges Problem der Überbewertung einzelner Verse. Sehr schade, denn damit geht meistens der tiefere Sinn verloren. Na jedenfalls ist der Vers nicht so schwer zu verstehen (meiner Meinung nach):

 

Also ist sein Reich doch von dieser Erde? Ich denke ja. Sein Reich ist das Reich der Armen, der Bettler, der Penner, der Ausgestoßenen, der Kranken usw…. Und wir sollen hier auf Erden sein Reich bauen! Mithelfen an Gottes wunderbarem Werk. Und dann guckt euch die Gemeinden an: Mittelständler, Reiche, Betuchte, Gutaussehende… Normale Leute, wie du und ich. Ob das wohl Gottes Reich ist?

Lukas 5,27f und 6,39ff

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Januar 14, 2008 von lotus-kid

 

Als Jesus weiterzog, sah er den Zolleinnehmer Levi am Zoll sitzen. Jesus forderte ihn auf: «Komm, geh mit mir!» Ohne zu zögern, verließ Levi alles und ging mit ihm. Kurz darauf gab er für Jesus in seinem Haus ein großes Fest.

Lukas 5,27f

Diese Stelle fasziniert mich. Ist euch das schon einmal aufgefallen? Er verlässt alles und gibt danach eine Party in seinem Haus… Anscheinend hat er doch nicht alles verlassen. Ich glaube es geht nicht darum, alles zu verlassen (auch wenn Matthäus das mit Sicherheit später wirklich getan hat), sondern vielmehr die Bereitschaft, Jesus alles zur Verfügung zu stellen. Das kommt ein Kapitel später sehr deutlich zur Sprache, als Jesus über sich selber in Gleichnissen redet:

«In seinen Predigten gebrauchte Jesus immer wieder Beispiele: «Wie kann ein Blinder einen anderen Blinden führen? Werden sie nicht beide in den Abgrund stürzen? Ein Schüler kann nur so viel wissen wie sein Lehrer. Wenn er alles von ihm gelernt hat, wird er doch nur so klug wie der Lehrer sein. Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber, der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, erlaube, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge! Und dann wirst du klar sehen, um den Splitter herauszuziehen, der in deines Bruders Auge ist.» 
«Ein guter Baum trägt keine schlechten Früchte und ein schlechter Baum keine guten. So kann man jeden Baum an seinen Früchten erkennen. Von Dornbüschen erntet man keine Feigen und von Gestrüpp keine Weintrauben. Also wird ein guter Mensch auch Gutes tun, eben weil er gut ist. Aber ein böser Mensch wird schlecht handeln, weil seine Absichten und Gedanken böse sind. So wie unser Wesen ist - gut oder böse -, so werden wir reden und handeln.» 
«Warum nennt ihr mich dauernd ‘Herr!’, wenn ihr doch nicht tut, was ich euch sage?»

(Lukas 6,39ff)

 

Jesus deutet hier auf sich selber hin. Er ist unser Hirte, unser Leiter. Menschen sind blind, Jesus nicht. Jesus ist unser Lehrer und wir können nur so groß werden wie er. Er zeigt uns unseren Balken, unsere Fehler. Jesus ist der gute Früchte tragende Baum.

Ich denke in dem ganzen Abschnitt geht es nur darum, dass wir uns auf Jesus verlassen sollten, nicht auf Menschen. Es kommt auf deinen Weg mit Gott an, nicht auf Gemeinde, Älteste oder sonst irgendetwas, sondern in erster Linie auf DICH und Jesus!

Und genau da, wo du jetzt bist, dort will Gott etwas Gutes mit dir anfangen. Er will dein Liebhaber und Lehrer sein, seine Liebe zu dir beweisen. Diese Liebe kann nicht anders als Frieden und Freude zu verteilen. Wenn man sich komplett Jesus hingibt, wird er seine Gnade über dir ausgießen. „Sei mir gnädig“, so wird er es sein!

 

Vom Geben und Nehmen

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Januar 10, 2008 von lotus-kid

Warum gibt es eigentlich so viele Bücher über Lehre, die richtige Herangehensweise an die Bibel, die richtige Auslegung und die beste Theologie? Lehre ist doch auch „nur“ eine Gabe des Geistes! Eine die man nicht erlernt, sie dafür lernt zu benutzen. Genauso wie Prophetie oder Zungenrede. Entweder hat man diese Gabe oder man hat sie nicht, warum wird also immer wieder versucht mit menschlicher Kraft Prediger und Älteste aufzuziehen?

Die, die eine Predigtschulung oder eine Bibelschule nicht durchhalten, können getrost zu hause bleiben und sind nicht gefragt. Die dürfen dann die Toiletten putzen…

Ich wünsche mir wirklich eine Gemeinde, die schwach ist. Wo man sieht, dass die Menschen, die sich dort treffen arme Schweine sind und das nicht nur in geistiger und seelischer Hinsicht! Was wäre das für ein großartiges Zugeständnis an Gottes Kraft. Dann kann sein Geist auch seine besonderen Gaben an uns verteilen, ohne dass wir viel dazu tun müssten (was wir eh nicht können. Wie man sieht, kommt dabei viel Blödsinn bei raus.) Wer sagt schon: Gott hat mich befähigt, zu (p)red(ig)en. Vielmehr wird auf dieses oder jenes Seminar oder Buch verwiesen. Gott wird dadurch klein gemacht und seine Gabe nicht deutlich ersichtbar, sondern verwässert, bis man nicht mehr klar sehen kann, wer die Gabe hat und wer nicht.

„Gute Taten zeichnen keinen guten Menschen aus, aber ein guter Mensch tut Gutes.“ So oder so ähnlich hat Martin Luther das einmal ausgedrückt, was wir immer umzukehren versuchen. Und das lässt sich auf alle Bereiche anwende. Auch auf das Predigen etc.:

„Eine gute Rede zeichnet keinen guten Prediger aus, aber ein guter Redner predigt gut.“

Natürlich kann man sich das Recht nehmen, zu predigen, aber besser wäre es, wenn der Geist diese Fähigkeit gibt! (Ich mag Statements nicht L)

Zeig mir die Welt (wie ich sie sehen will)

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Dezember 31, 2007 von lotus-kid
Part I

Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte.

Wer ist berufen? Gottes Wille ist, das alle Menschen errettet werden!

Wer ist auserwählt? Nicht die Gesunden, sondern die Kranken brauchen einen Arzt!

Heilung kann man nur erfahren, wenn man einsieht, dass man krank ist. Stell dir einen Querschnittsgelähmten vor, der nicht einsehen will dass er krank ist und sich für gesund hält. Wenn nun Jesus diesen Menschen heilt, würde das doch gar keinen Sinn ergeben. Dieser jemand würde aufstehen und weggehen und könnte gar nicht „Danke“ sagen. Gott würde da keinen Platz finden und hält sich also raus.

Noch ein Problem gibt es, wenn der Kranke Jesus selbst die Schuld gibt an seinem Leiden bzw. an seiner Krankheit. Er hat zwar eingesehen, das er krank ist, kann die Hilfe aber gar nicht in Anspruch nehmen, da er sie gar nicht haben will.

Wenn aber XY seine Krankheit „hinnimmt“ und einsieht dass nur Jesus ihn heilen kann wird er mit Sicherheit nach seiner Heilung rumspringen, sich riesig freuen und „Danke“ sagen.

Die 10 Verbote

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Dezember 12, 2007 von lotus-kid

Wozu ist wohl das Gesetz oder die 10 Gebote da? Um sie zu halten? Um den materiellen Kampf und alles „Fleischliche“ ablegen zu können? Um ja nicht in Sünde zu fallen, damit wir ja nicht einsehen müssen, dass wir versagt haben?

Das Gesetz sagt den materiellen Kampf an, aber Jesus predigt über den geistlichen Kampf. Einen den man nicht in der natürlichen Welt kämpfen kann, sondern den man im Kopf oder im Herzen fechten muss. Wie bringt man das jetzt beides zusammen? Nun ja. Das Gesetz ist lediglich dazu da, dass man einsieht, dass man es von alleine niemals halten kann. Es schreibt einem vor, gebietet und verbietet. Man kann sie also getrost auch als die 10 Verbote titeln.

Wenn man das allerdings tut, dann ist Gott automatisch der, der straft und nicht belohnt. Jesus sagt, dass wir gewinnen werden. Ein Kampf also, den wir gar nicht verlieren können. Wir dürfen aus Jesu und aus Vaters Händen annehmen. Wir dürfen aus Gnade leben. Er gibt alles umsonst.

Was hab’ ich davon? (Joh. 13,34f)

Veröffentlicht in Auslegungssache bei November 19, 2007 von lotus-kid

Wie mich diese Frage schon ankotzt. Erasmus der Geist hat mal gesagt: „Ich wünsche mir Urlaub von mir selbst“ und genau dieser Spruch fällt mir zu dieser Frage ein. Immer fragt man sich – ob bewusst oder unbewusst – was man selber von diesem oder jenem Handeln eigentlich hat. Welchen Nutzen ziehe ich daraus, dass ich den Müll runterbringen? Offensichtlich gar keinen. Welchen Nutzen ziehe ich daraus, dass ich am Sonntag in der Gemeinde auf jemanden zugehe, der mich nicht kennt? Hmmm… kurz abwägen… Gar keinen. Welchen Nutzen habe ich davon, dass ich frage, wie es dem anderen geht, dass ich mich spontan zum Mittagessen einladen lasse, dass ich mich mit Freunden treffe und einfach Gemeinschaft habe…

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Und was hab’ ich davon?

 

La Belle ou la Bête? (Jesaja 53,2)

Veröffentlicht in Auslegungssache bei November 7, 2007 von lotus-kid

Wer in einer christlichen Familie aufgewachsen ist, kennt die Kinderbibel. Schöne Bilder. Jesus ganz in weiß, nette Gesichtszüge, sauber, gewaschen und einfach lieb und nett. Am besten noch mit einem Schäfchen im Arm. Aber auch Erwachsene sind vor diesem Jesus-Bild nicht gefeit. Filme, Bilder, Dokumentationen und Vorträge zeigen Jesus als eben diesen – nur eben etwas „männlicher“.

Mach für einen kurzen Augenblick die Augen zu und stelle dir Jesus vor, wie Jesus wohl aussehen würde bzw. ausgesehen hat…

Sieht er so aus:                        Oder so:

 jesus.jpg        jesus_480.jpg

Oder doch eher so:

 j2.jpg

Was sagt die Bibel dazu?

Wo kam Jesus nochmal zur Welt? In einem Stall. Als der Geringste. Er zog von Stadt zu Stadt, hatte des öfteren keinen Schlafplatz… Nach was hört sich das an? Landstreicher. Und die sind ja bekanntlich nicht schön anzusehen: Stinkend, ungewaschene Haare, zerzaust, dreckige Klamotten.

„Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Ansehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten.“

 

Jesus war nicht hübsch, Jesus war kein Model, sondern ein “Landstreicher”, hässlich. Er kam in Demut und Unterwürfigkeit, hat den Menschen gedient, seinen Jüngern die Füße gewaschen und war einer der hübschesten Menschen auf der Erde? Ich denke genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn alles, was die Juden erwartet hatten nicht auf Jesus zutraf, dann auch nicht sein Äußeres. Jesaja beschreibt dies sehr ausdrücklich und doch glauben wir an einen hübschen Jesus? Dieses Bild passt nicht zu dem Jesus, der in der Bibel beschrieben wird. Also was bedeutet das für dich?