Archiv nach Kategorie "Gemeinde & Kultur"

Trennung von Kirche und Staat – MAKE LOVE NOT WAR!

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Januar 14, 2008 von lotus-kid

Was ist da bloß passiert? Unserer Kirche wurde die Vision genommen. Der Leib Jesu wurde wieder einmal in zwei Teile zerrissen. Und in dieser gespaltenen schizophrenen Lage befindet sich die Gemeinde der westlichen Welt. Die Gemeinschaft wurde ihrer Träume und ihrer Visionen beraubt. Welches Ziel hat denn das christliche Leben? Welches Ziel trägt der Leib Christi, wenn nicht die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Ich muss sagen, dass mir der Spruch der 68’er gefällt:

„MAKE LOVE NOT WAR!“

(Das einzige Problem ist, dass make love gleichgesetzt wurde mit Sex.) Aber der Spruch hätte genauso gut von Jesus selbst kommen können. Jesus hat Liebe gemacht, Armen Reichtum versprochen, Durstigen Wasser gegeben, Behinderte geheilt. Jesus’ Ziel war es, der Menschheit zu helfen und einen dritten Weg einzuschlagen. Nicht den Weg des Hasses, nicht den Weg der Passivität, sondern er zeigte uns den Weg der aktiven Liebe, des Liebe-Machens.

Wer hat uns dieser Vision beraubt? Wer hat uns den Traum einer alternativen Welt, einer guten Welt, einer besseren Welt vergessen lassen? Wer ist für Liebe zuständig, wenn nicht Jesus’ Jünger? Wir sind Jesus. Du bist Jesus. Du bist dazu berufen, auserwählt Jesus zu sein, ihm nachzufolgen. Das ist Gottes Plan. Du sollst genau wie Jesus den Armen helfen. Ich bin ebenfalls dazu berufen. Und auch wenn ich keine Ahnung habe, wie ich es anstellen soll, so habe ich doch diesen Wunsch und möchte diesen Traum eines Tages leben!

Die Trennung von Kirche und Staat hat dazu geführt, uns selbstgefällig auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: „Jetzt brauchen wir nicht mehr zu leben.“ Wir nehmen unser Kreuz täglich auf uns, was heißt: Zwei Stunden in der Woche mehr Bibellesen. Eine halbe Stunde mehr beten. Das sind die „Opfer“, die uns als Christen ausmachen. Das ist unser Kreuz. Doch Jesus Kreuz sah wirklich ganz anders aus. Es ist real (aus Holz!), abschreckend und verlocken, tötet und ist doch lebendig. Von den Schriftgelehrten unserer Tage wird ein Lebensstil der Passivität oder bestenfalls der falschen Aktivität angeboten und gesagt: „So tust du Gut!“ Kein Wunder, warum wir keine Kraft haben, warum wir Christsein abstempeln als langweilig, unattraktiv, mittelmäßig. Kein Wunder, dass wir keine liebende Gemeinschaft unter Christen haben, wenn wir kein gemeinsames Ziel haben…

Wer zeigt mir wie echte Gemeinschaft unter Christen aussieht? Wer zeigt mir die Liebe? Wer kann in den Augen eines Christen Jesus selbst erkennen? Wo ist diese Liebe? Wo sind die Holzsplitter des Kreuzes?

Hier sehe ich die heutige Kirche. Eine verwundete Hure, meine Mutter, die auf dem Boden liegt und anstatt Hilfe und Heilung von Gott zu erbeten, sich um sich selbst dreht und dreht und dreht… Kirche und Staat muss wieder vereint werden. Christsein muss wieder mit Liebe gefüllt werden, um aktiv zu werden. Politisch, wirtschaftlich, gemeinschaftlich! Wenn wir Jesu Hilfe erbitten, heulend und zerbrochen auf dem Boden liegen, unserer eigenen Unzulänglichkeit bewusst, Heilung erwartend und dann auch empfangend, dann können wir wieder eine frohe Botschaft verkünden – und zwar den Armen, nicht den Reichen.

Leben ist mehr

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur, Leben im Glashaus bei Januar 11, 2008 von lotus-kid

Sag Nein zur Karriere. Sag Nein zur Familie. Sag Nein zu einem pervers großen Fernseher. Sag Nein zu Waschmaschinen, Autos, CD Playern und elektrischen Dosenöffnern… Sag Nein zur Bausparkasse. Sag Nein zur ersten Eigentumswohnung. Sag Nein zu den richtigen Freunden… Sag Nein zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in hunderten von scheiß Stoffen. Sag Nein zu ‘Do It Yourself’ und dazu, dass du am Sonntagmorgen nicht mehr weißt wer du bist. Sag Nein dazu auf deiner Couch zu hocken und dir Hirn lähmende Gameshows Reinzuziehen und dich dabei mit scheiß Junkfrass voll zu stopfen… Sag Ja zur Zukunft. Sag Ja zum Leben

Jedenfalls können wir so nicht weiterleben. Nicht wie bisher.

Das Alte muss weg, das Arme muss werden.

 

 

P.S.: Jesus war obdachlos!

Die Not-Wende

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Januar 10, 2008 von lotus-kid

Manchmal glaube ich wirklich, dass Wiedergeborene kraftmäßig ausgebeutet werden. Nicht unbedingt mit einer bösen Intention dahinter, aber eben doch ausgebeutet. Danach werden sie natürlich seelisch wieder aufgepäppelt, das nennt sich dann Seelsorge, um im Anschluss wieder arbeiten zu gehen…

Die Schwachen sollen kommen, die Armen, die Deprimierten, die Fertigen, der Abschaum. Aber diese Menschen kommen fast nicht mehr. Aber die kriegen eher eins auf den Deckel, sind von Gemeinde und somit auch von Gott enttäuscht und bleiben lieber weg, als sich das ganze weiter anzutun. Das ist ein Armutszeugnis für mich und für die Gemeinde. Tatsächlich ist nämlich kaum Liebe vorhanden, die uns zusammenhält.

Ein alternativer Lebensstil prägt das Christentum nicht sonderlich. Ein theoretisches Glaubensbekenntnis muss abgelegt werden, aber wie man Jesus nachlebt, dass weiß keiner so genau. Auch wenn viele meinen, das Bibellesen und Seminare und dies und jenes eine gesunde Nachfolge ausmachen, sei dir gesagt: das gilt nicht für alle! Theologie ist nämlich manchmal einfach nur dazu da, um die Bibel nicht ganz so ernst zu nehmen, wie es drinsteht. Würde das nämlich jeder machen (damit sind auch die guten, alten Christen und Führerpersönlichkeiten gemeint!) würden wir wirklich sagen könne, wir folgen Jesus nach.

Ich brauche Erweckung, neue Inspiration und neue Impulse von Gott, damit ich irgendwann wirklich sagen kann: Ich folge Jesus nach! Ich will arm werden, nichts haben, um mir von Gott alles schenken zu lassen.

Eine Wende ist nicht nur bei mir nötig.


Der Bücherwurm hat’s in sich

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Dezember 22, 2007 von lotus-kid

Die erste Lüge: Ich werde sein wie Gott – Ist leider fehlgeschlagen.

Die Nr. 2: Ich krieg’ das wieder hin – geht auch am Ziel vorbei.

 

Was mich der Umgang mit Büchern gelehrt hat ist nicht viel aber immerhin. Man muss sie kritisch lesen. Du kennst den Autor nicht, kennst seine Intention nicht, weißt nicht, ob er „gut“ oder „böse“ ist oder beides. Zu jedem Thema findest du mit Sicherheit eine handvoll Bücher. Wer sagt mir da, was zutreffend ist und was einfach nur Gelaber ohne Inhalt ist?

Manchmal denke ich echt, dass jeder Heinblöd schon so seinen Senf zu Themen abgegeben hat, von denen er einfach keine Ahnung hat und den Suchenden einfach nur in eine total falsche Richtung leitet. Der Büchwerwurm hat’s in sich und frisst so manche …

Was mich besondern fasziniert: Wie man es immer wieder schafft, in Büchern über Gott, von Gott abzulenken. Und das alle eins gemeinsam haben: Jedes ist das Beste und preisen seinen supertollen, hochgeistlichen Input an. Aber letzten Endes läuft’s auf dasselbe hinaus: Tu dies, lass jenes. Na wunderbar, das weiß ich auch, dass wenn ich mit dem Rauchen aufhöre soll der einfachste Weg ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Wunderbar! Aber die richtigen Wort hat der Autor gefunden, dahingehend kann man ihnen keinen Vorwurf machen. Na jedenfalls unterstützt das alles die absolute Nr. 2.

„Dieses Buch habe ich schon hundertmal gelesen und es ist jedes Mal wieder wie beim ersten Mal!“ steht nicht selten auf dem Buchrücken. Ich kann da einfach nur den Kopf schütteln und am liebsten auch gleich die Hände von den Autoren um mit ihnen darüber zu reden: WARUM?

Da liest man die ganze Zeit etwas, sucht Hilfestellung und ist am Ende nur um eins reicher: Ein Buch im Schrank (außer man ist so klug und geht in eine Bücherei).

TAO - Die Mystifizierung des Natürlichen

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur, Leben im Glashaus bei Dezember 7, 2007 von lotus-kid

 

Von klein nach groß könnte man meinen. Nun ja getauft wird ja hier und dort, doch es bleibt irgendwie etwas sehr besonderes. Das Abendmahl wird nur noch zu „besonderen“ Anlässen gefeiert und die Offenbarung verstehe ich einfach gar nicht.

Was haben also alle drei Themen miteinander gemeinsam? Nun, ich denke, dass alle drei übermäßig mystifiziert werden, wobei die Offenbarung dabei doch am stärksten betroffen ist. Fangen wir also von vorne an.

 

Taufe

In den Evangelien und in der Apostelgeschichte liest man andauernd von Taufen. Hier mal zweitausend, dort mal dreitausend. Das hat sich heute ein wenig verändert. Hier mal zwei, dort mal drei. Mit Taufgespräch, Erzählungen aus dem eigenen Leben, was so bei einem passiert ist, wieso man sich taufen lässt und wasweißich nicht noch alles. Das ist aber doch irgendwie ein In-Den-Mittelpunkt-Stellen eines mehr oder minder unbedeutenden Ereignisses. Die Taufe ist ein Symbol, vermutlich auch für die Geisterwelt. Hiermit bekennt man einen Neuanfang. Sünden werden öffentlich bekannt und dann geht’s ab unter Wasser. Die Sünden werden abgelegt, ein neuer Mensch kommt aus dem Wasser. Das sollte aber kein Mysterium sein und auch kein besonderes Erlebnis. Jedenfalls nicht so besondern, wie heute damit umgegangen wird. Natürlich hat es eine gewaltige Bedeutung für den Täufling, aber muss man wirklich fragen, ob derjenige sich wirklich taufen lassen will, ob er denn wirklich mit Gott lebt und ob er Jesus wirklich als seinen Retter angenommen hat?

Ja! Aber dann auch nicht lange fackeln, kein TamTam aus der Taufe machen, eine Parade engagieren und mit Polka die Taufe feiern. Badewannen und Duschen gibt’s heutzutage doch in jedem Haushalt, Schwimmbäder stehen allen offen, Taufen kann man also eigentlich überall und jederzeit durchführen. Diese Mystifizierung schreckt viele ab und dämpft ihren Enthusiasmus. Belassen wir es doch beim Symbol und sehen es als etwas ganz Natürliches an.

 

Abendmahl

So ähnlich wie bei der Taufe läuft es auch mit dem Abendmahl ab. Es wird nicht in den natürlichen Alltag aufgenommen und täglich umgesetzt. Dabei hat man Brot und Wein doch fast immer bei sich rumstehen. Und wenn nicht, lässt es sich ziemlich einfach beschaffen. Vielleicht war Wein damals etwas Besonderes und deswegen kann man das Abendmahl auch als etwas Besonderes betrachten, aber nichts, was man nicht immer wieder tun sollte. Wenn man sich mit anderen „Gläubigen“ trifft, wenn man sich zum Beten trifft, wenn man mit der Familie am Mittagstisch sitzt… die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Aber nein, wir passen auf, dass wir ja nichts falsch machen. Dabei ist Jesus mit uns, wenn wir uns treffen, um ihm die Ehre zu geben.

 

Offenbarung

Das ist wohl das Buch, was die Christenheit am meisten fasziniert. Was für eine Sprache, was für Bilder, fast wie ein Science-Fiction Roman. Fliegende Heuschrecken? Sind das vielleicht Hubschrauber? Der erste Engel wird ein Drittel der Erde verbrennen? Na, die Erde besteht doch schon zu einem Drittel aus Wüste. Leben wir schon in den Endzeiten? Ist der Papst vielleicht der Antichrist?

Solche Fragen hört man überall und immer wieder. Man ist geradezu auf Bild-Niveau angekommen und lechzt nach neuen apokalyptischen Nachrichten. Das ist aber bestimmt nicht die Intention gewesen, die hinter der Offenbarung steht. Warum wird gerade dieses Buch so übermäßig mystifiziert? Die ganze Bibel ist hauptsächlich für einfache Menschen geschrieben, für dich und mich und dann ein Buch, was man erst entschlüsseln muss? So stellt sich Gott in der Bibel nicht vor. Also ist das Buch entweder nicht von Gott inspiriert oder wir gehen fasch an das Buch der Offenbarung heran. Wahrscheinlich ist letzteres der Fall. Gott ist in seinen Prophetien eigentlich immer sehr genau und so werden wir auch, wenn die Zeit gekommen ist die Zeichen der Zeit erkennen und dabei kann uns die Offenbarung vermutlich sehr stark helfen. Aber Romane darüber schreiben, es zu einem Schlagwort machen, wo man große Augen bekommt und sich auf die nächste Stufe freut?

 

Fazit

Gott ist ein Gott der einfachen Dinge und nicht der Mysterien und großen Geheimnisse. Auch wenn vieles stark darauf angelegt wird und vom Mysterium möglicherweise zu Traditionen ohne Bedeutung verkommt, so möchte unser Papa sicherlich keine Bedeutungslosigkeit, sondern eine tiefere Bedeutung schenken, uns die Augen öffnen, von Sachen ,die wir nicht verstehen. Wir sollen ihm Gehorsam sein und nicht mystifizieren. Das Abendmahl heute beim Abendbrot feiern ist vermutlich ein größerer Segen, als alle zwei Wochen zwei Stunden früher aufstehen…

Der Junkie

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur, Leben im Glashaus bei November 22, 2007 von lotus-kid

Junkie sein ist nicht leicht. Junkie sein ist ein Full-Time-Job. Geld beschaffen, um Drogen zu bezahlen, um high zu werden, um Geld beschaffen gehen zu können… Aus dieser Spirale kommt man nur raus – und davon gibt es zahllose Berichte – wenn man einsieht, dass man es selber nicht schaffen kann und man Hilfe von anderen annimmt. Man ist zu 100 % auf Hilfe von anderen Menschen angewiesen. Dasselbe Schema gibt es bei anderen ziemlich schwerwiegenden Krankheiten auch: Magersucht, Esssucht, Depression, Psychosen, Phobien, Zwänge… Überall hat man von sich selbst aus keine Chance, wieder ein „normales“ Leben führen zu können.

Jetzt werden einige denken: da kommt er jetzt und will mich bekehren. Ich brauch’ Gott und blablabla. Mit Bekehrung hat das an sich nichts zu tun. Eigentlich wollte ich mich hier eher an Christen richten. Auch wenn man Jesus nachfolgt, so müssen wir uns doch immer wieder bewusst werden und gerade solche, die schon „alte Hasen“ sind. Es gibt nichts beschämenderes, als selber festzustellen, dass ich nicht mehr weiterkomme Gott um Hilfe anrufe, aber sich gar nicht bewusst ist, dass man ein Junkie ist und sich selber eben nicht helfen kann. Viel lieber wird probiert und geschaufelt und auf Biegen und Brechen versucht sich selbst einen Ausweg zu buddeln.

Aber das ist nicht Gottes Weg. Er nimmt sich die Menschen, die am Ärmsten sind und die eben keinen Plan haben und macht aus ihnen etwas. Für alle die für so was immer Bibelsprache benutzen: Er will die Weisheit der Klugen zunichte machen und nach nichts aussehen lassen. Die Dummheit der Schwachen aber nimmt er an, gerade um es den Weisen zu beweisen.

Und nicht nur der einzelne ist gefragt. Ich glaube, dass es genauso in der Gemeinde aussehen sollte. Wenn man sich das Volk Israel und seine Führer/Könige anguckt, dann treten auch dort immer wieder Propheten auf, die den Weg zum Junkietum weisen: Du bist nichts, Gott macht alles. Solange die Menschen, solange du dich für etwas hältst, solange bist du nichts.

Welt der Wunder (und Zeichen)

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei November 2, 2007 von lotus-kid

Bei diesen zwei Schlagwörtern zucken ziemlich viele Christen innerlich zusammen. Etwas unnatürliches, unerklärliches will so gar nicht in unsere Welt passen, wo wir doch jede Antwort kennen und sogar die Wahrheit über die Evolutionstheorie kennen. Immer wieder wird versucht, diese von Gott gewirkten Wunder auf etwas Natürliches herunterzubrechen. Vermutlich würden alle zustimmen, dass es früher Wunder gab, sonst wäre die Lüge ja auch zu offensichtlich. Und vielleicht gibt es sie auch noch heute, aber da ist man sich nicht so ganz sicher, die erzählt man sich lieber am Lagerfeuer…

Bei uns gibt es keine Wunder, weil wir sie nicht mehr brauchen. Außerdem glaubt doch keiner nur durch Wunder?

Propheten, sind wir nicht alle Propheten, weil wir die Endzeiten voraussagen können?

Visionen haben wir doch alle? Eine gemütliche Gemeinde, ein schönes zuhause…

Dieses Denken lässt meiner Meinung nach erkennen, dass wir nicht wirklich an Gottes Kraft glauben und wenn, dann nur theoretisch. Wenn wir doch nur Glauben, wie ein Senfkorn hätten… Man legt sich ein Bild von Gottes Wirken zurecht, dass in das eigene Gottesbild passt. Warum eigentlich? In der Bibel ist andauernd die Rede von Wundern und Zeichen (man lese nur einmal die Apostelgeschichte), warum gibt es diese also heutzutage nicht so wie dort beschrieben?

Vor allem liegt es daran, dass wir die Wunder wirklich nicht brauchen! In der Apostelgeschichte treten die Wunder immer im Zusammenhang mit Evangelisation auf. Von der Kraft, wie sich die Leute damals für Jesus Christus und seine Botschaft eingesetzt haben, ist bei uns fast gar nichts mehr zu erkennen. Wir haben also demnach keine Wunder und Zeichen, weil wir damit einfach nicht umgehen könnten. Eigentlich wollen wir ja auch gar nicht rausgehen, sondern sehen uns nach dem Alltagstrott, der alles schön beim Aaaaahlten lässt und nichts wieder hervorkehrt. Und an richtige Buße möchte man gar nicht erst denken…

 

„Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Traumgesichte haben; und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich werde Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. Und es wird geschehen: jeder der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.“

Was meint ihr, wo das steht? Offenbarung?

Nein, dies ist die Erklärung von Petrus für Pfingsten, die Ausschüttung des Heiligen Geistes. Die dritte Person (von der wir im übrigen viel zu wenig wissen) der Dreieinigkeit ist auf die Welt gekommen. Wunder und Zeichen werden also eindeutig vorhergesagt und müssen und werden geschehen, wo die Botschaft Gottes verkündigt wird. Und dann bebt mal die Erde, mal bekehren sich dreitausend oder auch „nur“ zweitausend und Kranke werden geheilt und…

Ich denke wir sollten wirklich mal anfangen uns nach den Gnadengaben auszustrecken, nach seinem Geist zu fragen und ihn darum bitten, dass er ihn uns gibt (Lk 11,11-13).

 

 

- 3 Stellen zum Thema Gaben: 1 Kor. 12 ; 1 Kor. 14 ; Römer 12

Einheit um jeden Preis? (1. Korinther 1,10ff)

Veröffentlicht in Auslegungssache, Gemeinde & Kultur bei November 2, 2007 von lotus-kid

Letztens hat mich ein Freund gefragt, was ich wohl denken würde, was Paulus unserer Gemeinde schreiben würde – der Gemeinde in Berlin. Hab ich also hin- und herüberlegt, bis mir etwas eingefallen ist, was ich mir eigentlich sehr wünschen würde: Einheit.

Und tatsächlich gibt es diesen Brief auch schon: Den Korinthern* schreibt Paulus nämlich, dass keine Streitereien und Zwiespältigkeiten unter den Gläubigen auftreten sollten. Die einen sagen „Ich find Paulus am besten“, die anderen „Nee, Petrus hat’s drauf“. 

Der Leib Christi ist seit knapp zweitausend Jahren gespalten und dieses Problem wurde bisher noch nicht gelöst. Nur dass sich die Begriffe etwas geändert haben: „Ich finde die Charismatiker am besten“ … „Nee, ich gehe in eine Brüdergemeinde, bleib mir bloß weg mit Zungerede“ … „WAS? Du gehst zu den Evangelikalen?“

Einheit gibt’s immer noch nicht, dafür gegenseitiges Unverständnis und Kommunikationsprobleme. Der eine sagt eben Geistestaufe und meint damit eigentlich nur ein „voll werden“ mit dem Heiligen Geist… Hier zu wenig theologisch gefestigte Predigten, da zu viel Humanismus. Um einen Ausgleich zu schaffen, müssen wir uns auf das fixieren, was zählt: die Liebe unter- und zueinander! Jesus, dem wir doch alle folgen! Was wäre das für ein großartiges Zeugnis und Licht, wenn man über alle seine egoistischen und stolzen Schatten springen könnte, damit Einheit wieder funktionieren kann. Man kann sich gar nicht zu viel ausmahlen, wenn man daran denkt, was dieser Schritt für unsere Stadt (und genauso auch für deine) bedeuten würde.

Einheit also um jeden Preis? Nicht um jeden: nur der Stolz und der Egoismus müsste von geistlichen Leitern und Führern, Diakonen und Dienern ablegt werden und stattdessen Demut und Vergebung größeren Raum erlangen.

 

* 1. Korinther 1,10ff

All You Need Is Love

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Oktober 22, 2007 von lotus-kid

An jedem siebten Tag aber kamen all die Tiere des Waldes und die Vögel an die einzige Wasserstelle, die zu dieser Jahreszeit noch Wasser brachte. Es war tiefster Winter und keiner konnte mehr sagen, wann er zum letzten Mal ein grünes Blatt gesehen hatte.

So trafen sie sich auch an diesem Morgen zur zehnten Stunde am Wasserloch und redeten über dies und jenes. Als sie aber sahen dass nicht genug Wasser für jeden da war, wurde geschubst, gedrängelt und geschrieen. Die kleinen, schwachen und alten Tiere, manchen sah man es gar nicht an, dass sie krank waren, wurde nach hinten verbannt und konnten sich nicht anders helfen als wieder in den Wald zu humpeln und nach Wasser Ausschau zu halten. Sie verkümmerten schon nach kurzer Zeit. Die Starken aber stritten sich immer mehr um das Wasser. Sie bildeten kleine Gruppen und versuchten so viel Wasser wie möglich zu sammeln.

So blieb im Endeffekt nicht viel für jeden einzelnen übrig, aber die Tiere, die sich zu kleinen Gruppen versammelt hatten konnten gerade so über die Woche kommen. Diese Gruppen nun fingen an Pläne auszuhecken, wie sie noch mehr Wasser bekommen konnten und sich dafür nicht schämen zu brauchen: Sie müssten nur die Schwachen vergessen und die Schwächeren ausschließen. Schließlich reduzierte sich der Kreis von Mal zu Mal und es blieb nur eine kleine Gruppe von Füchsen übrig, die überleben konnte.

 

Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe.

Ein Spiel ohne Gewinner und Verlierer

Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Oktober 17, 2007 von lotus-kid

Warum gibt es in der Bibel kein Patentrezept für Gemeindestrukturen? Warum keine Anleitung von Paulus, wie eine Gemeinde auszusehen hat? Weil nur eines zählt: Gott hält seine Gemeinde zusammen!

Doch bei vielen ist das anders: Sie werden krampfhaft durch Menschen zusammengehalten, die sich an den Händen halten und dicht gedrängt um keinen Preis die Hände loslassen würden, um ja nicht zu fallen. No Risk – No Fall! Hinzu kommen Leute, die ab und an mal kommen um ihre letzten Energietröpfchen, die letzte Kraft die ihnen noch bleibt einsetzen, um die gelockerten Verbindungen wieder zu stärken. Die Gemeinde setzt sich also aus Menschen zusammen, die ihre eigene Kraft aufwenden. Sowie beim Wasserlauf in einer Wüste: Jeder bekommt einen Löffel mit Wasser und muss 7 Meter gehen um das Wasser in den Topf zu geben. Natürlich so schnell wie möglich, weil ein Löwe durch die Reihen geht.

So viel Wasser kann also nicht im Topf ankommen, die Kraft reicht nicht aus. Übrig bleiben deprimierte und kraftlose Menschen und ein Topf ohne Wasser.

Gott gibt und sobald das Herz stimmt und sobald wir Glauben, so groß wie ein Senfkorn hätten, würde es nicht vielleicht anfangen zu regnen? Warum lassen wir nicht mal los und vertrauen auf Gott, dass er seine Gemeinde hält? Haben wir vielleicht Angst vor der Wahrheit, die nur darauf wartet uns frei zu machen? Pokern bringt nichts ohne Einsatz. Und unser Einsatz sollte All-In (Love) sein. Ohne Einsatz kein Gewinn: Keine Verlierer und keine Gewinner…