Trennung von Kirche und Staat – MAKE LOVE NOT WAR!
Veröffentlicht in Gemeinde & Kultur bei Januar 14, 2008 von lotus-kidWas ist da bloß passiert? Unserer Kirche wurde die Vision genommen. Der Leib Jesu wurde wieder einmal in zwei Teile zerrissen. Und in dieser gespaltenen schizophrenen Lage befindet sich die Gemeinde der westlichen Welt. Die Gemeinschaft wurde ihrer Träume und ihrer Visionen beraubt. Welches Ziel hat denn das christliche Leben? Welches Ziel trägt der Leib Christi, wenn nicht die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Ich muss sagen, dass mir der Spruch der 68’er gefällt:
„MAKE LOVE NOT WAR!“
(Das einzige Problem ist, dass make love gleichgesetzt wurde mit Sex.) Aber der Spruch hätte genauso gut von Jesus selbst kommen können. Jesus hat Liebe gemacht, Armen Reichtum versprochen, Durstigen Wasser gegeben, Behinderte geheilt. Jesus’ Ziel war es, der Menschheit zu helfen und einen dritten Weg einzuschlagen. Nicht den Weg des Hasses, nicht den Weg der Passivität, sondern er zeigte uns den Weg der aktiven Liebe, des Liebe-Machens.
Wer hat uns dieser Vision beraubt? Wer hat uns den Traum einer alternativen Welt, einer guten Welt, einer besseren Welt vergessen lassen? Wer ist für Liebe zuständig, wenn nicht Jesus’ Jünger? Wir sind Jesus. Du bist Jesus. Du bist dazu berufen, auserwählt Jesus zu sein, ihm nachzufolgen. Das ist Gottes Plan. Du sollst genau wie Jesus den Armen helfen. Ich bin ebenfalls dazu berufen. Und auch wenn ich keine Ahnung habe, wie ich es anstellen soll, so habe ich doch diesen Wunsch und möchte diesen Traum eines Tages leben!
Die Trennung von Kirche und Staat hat dazu geführt, uns selbstgefällig auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: „Jetzt brauchen wir nicht mehr zu leben.“ Wir nehmen unser Kreuz täglich auf uns, was heißt: Zwei Stunden in der Woche mehr Bibellesen. Eine halbe Stunde mehr beten. Das sind die „Opfer“, die uns als Christen ausmachen. Das ist unser Kreuz. Doch Jesus Kreuz sah wirklich ganz anders aus. Es ist real (aus Holz!), abschreckend und verlocken, tötet und ist doch lebendig. Von den Schriftgelehrten unserer Tage wird ein Lebensstil der Passivität oder bestenfalls der falschen Aktivität angeboten und gesagt: „So tust du Gut!“ Kein Wunder, warum wir keine Kraft haben, warum wir Christsein abstempeln als langweilig, unattraktiv, mittelmäßig. Kein Wunder, dass wir keine liebende Gemeinschaft unter Christen haben, wenn wir kein gemeinsames Ziel haben…
Wer zeigt mir wie echte Gemeinschaft unter Christen aussieht? Wer zeigt mir die Liebe? Wer kann in den Augen eines Christen Jesus selbst erkennen? Wo ist diese Liebe? Wo sind die Holzsplitter des Kreuzes?
Hier sehe ich die heutige Kirche. Eine verwundete Hure, meine Mutter, die auf dem Boden liegt und anstatt Hilfe und Heilung von Gott zu erbeten, sich um sich selbst dreht und dreht und dreht… Kirche und Staat muss wieder vereint werden. Christsein muss wieder mit Liebe gefüllt werden, um aktiv zu werden. Politisch, wirtschaftlich, gemeinschaftlich! Wenn wir Jesu Hilfe erbitten, heulend und zerbrochen auf dem Boden liegen, unserer eigenen Unzulänglichkeit bewusst, Heilung erwartend und dann auch empfangend, dann können wir wieder eine frohe Botschaft verkünden – und zwar den Armen, nicht den Reichen.