Archiv nach Kategorie "Philosophía"

Die “Goldene Regel”

Veröffentlicht in Philosophía bei Dezember 5, 2007 von lotus-kid
„Was du nicht willst, dass man dir tu’
das füg’ auch keinem and’ren zu!“

Auch bekannt als die „Goldene Regel“ Immanuel Kants drückt sie genau das aus, was uns heute ausmacht und stark geprägt hat. Jeder lebt sein/ihr eigenes Leben und kann tun und lassen was er/sie will – natürlich nur, wenn man dabei niemand anderem in die Quere kommt.

Daraus folgen zwei Dinge. Zum ersten ein lebendes Paradox (eigentlich sollte das Universum in diesem Moment zerspringen) und zum zweiten eine heuchlerische Passivität.

1. Das lebende Paradox

“Ich bin tolerant. Es gibt nicht die Wahrheit. Du siehst das alles viel zu eng. Du musst auch tolerant sein.”

Und ? Hast du es bemerkt ? Der Tolerante ist im Prinzip nichts anderes als intolerant den Intoleranten gegenüber und somit wieder intolerant. Toleranz sollte somit aus dem Wortschatz gestrichen werden.

Damit will ich nichts darüber sagen, ob HipHop schlecht oder gut ist, ob der Rock n’n Roll vom Satan kommt und dich unterschwellig mit Off-Beats beeinflusst. Da denke ich sollte jeder den anderen durchaus akzeptieren. Aber manchmal gibt es Sachen, die eine bedingungslose Wahrheit darstellen. Und ob ich sage Toleranz ist die Wahrheit oder mich hinstelle und sage, dass Toleranz zu nichts führt, läuft auf dasselbe hinaus: Alle beide sind intolerant.

2. Die Passivität

Wenn ich den Spruch von Kant befolgen will, handle ich also meinen Wünschen und Bedürfnissen entsprechend, sehe aber zu, dass ich niemand anderem Schaden zufüge. Das führt aber auch zu sinnlosen und heuchlerischem Egoismus. Das ist so, als wenn ich ein Stück Land habe und Vieh darauf züchte. Irgendwann stelle ich fest, dass Tiere töten grausam ist, werde Vegetarier und meine Kühe sterben, weil kein frisches Gras mehr da ist.

Der Spruch versucht den Kern zu treffen, verfehlt in dann aber doch meilenweit. Das einzige was meiner Meinung nach den Nagel trifft: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Nur wenn ich aktiv danach suche, den anderen Menschen Gutes zu tun, werde ich den anderen keinen Schaden zufügen. Das Schlechte lässt sich nun einmal nicht durch reine Passivität aus der Welt räumen. Ich könnte ja auch den ganzen Tag im Bett liegen und nichts tun oder besser mich selbst umbringen, nur damit ich keinem anderen schade. Das einzige was wirklich hilft ist aktiv den Schaden zu bekämpfen, der täglich angerichtet wird.

Darf ich vorstellen?

Veröffentlicht in Philosophía bei Dezember 5, 2007 von lotus-kid

Der Verstand wird zum Gott erhoben. Ich bin Gott. Ich kann alles verstehen. Verstand ist womöglich die einzige Sache, von der jeder glaubt genug zu besitzen. Aber Wissen über etwas heißt nicht auch davon Kenntnis zu haben. Womöglich weiß ich, wie Gott handelt, denkt, fühlt, aber ihn kennen?

Ich hab ja schon mal darüber geschrieben, dass man Gott in der Bibel sucht anstatt durch sie. Der springende Punkt ist, dass ich versuche Gott rein verstandesmäßig zu erfassen. Ich stelle mich hier aber über Gott und versuche ihn in mein Denken zu integrieren. Wahrscheinlich wirst du damit übereinstimmen, dass alle Schrift vom Heiligen Geist eingegeben ist, aber warum versucht man dann die Bibel selber zu lesen, anstatt sich die Augen öffnen zu lassen? Wenn die Schrift von Gott, denn der Heilige Geist ist Gott, eingegeben worden ist, dann kann ich sie auch nur durch denselben verstehen und erfassen. Wie genau das funktioniert, weiß ich auch nicht, weil man kann Gott ja auch denken ohne ihn zu kennen. Aber der Geist ist es, der uns Gott lebhaft offenbart, denn nur er weiß, wovon er redet. Nur der Heilige Geist hat Gott den Vater jemals erforscht und nur durch ihn können wir Gottes Gedanken „lesen“ und seine Wege mehr oder weniger verstehen, den Vater also kennen lernen (1. Kor 2, 9-12).

Wenn Gott dich anstelle von Hiob fragen würde: Weißt du, wie Kernphysik funktioniert? Hast du jemals in den Erdkern geschaut? Woraus besteht denn bitteschön die Sonne? Wie würdest du reagieren? Wir haben soviel Wissen angehäuft und denken, alles erklären zu können. Das ist aber, so bitter es klingt genau die Sache, die man uns von Anfang an einzutrichtern versucht und die unser Denken und unser ganzes Sein bestimmt: Du wirst sein wie Gott! Wenn du in dein innerstes guckst, wirst du feststellen, dass dies dein sehnlichster Wunsch ist. Die Evolutionstheorie ist im Endeffekt auch nichts anderes. Alles evolviert zum besseren, letztendlich werden wir den Übermenschen haben, den Nietzsche uns versprochen hat und dann sind wir… bin ICH Gott.

Versuche nicht Wissen über Gott anzuhäufen oder ihn in dein Denken zu integrieren, sondern lerne ihn doch mal kennen. Wenn du ehrlich bist zu dir selbst und es wirklich willst, wird sich der Heilige Geist, Jesus und der Vater offenbaren. Wenn du zulässt, dass deine Krone zerbricht, du von deinem Thron steigst und das Zepter Gott übergibst, wird er dich segnen.

Fortschritt

Veröffentlicht in Philosophía bei November 30, 2007 von lotus-kid

In meiner schulischen Laufbahn habe ich viel über Fortschritt und Entwicklung gehört und bin jedes Mal wieder erstaunt gewesen. Es gibt gar keinen Fortschritt. Alles bleibt doch irgendwie gleich. Ob ich mir nun einen Film reinziehe oder mir eine Geschichte am Lagerfeuer erzählt wird; ob ich im Büro sitze und mir mein Essen verdiene oder ob ich einen Büffel erlegen gehe; ob ich nun unter die Dusche muss oder mich im Fluss waschen gehe… Auch kann man nicht sagen, dass wir heute klüger sind, als unsere Vorfahren. Wem haben wir denn unseren sogenannten „Fortschritt“ zu verdanken? Uns oder unseren Vorfahren? Wären unsere Vorfahren nicht auf die Idee gekommen, uns etwas zu hinterlassen, so wären wir dem tierischen Leben ganz schön nahe (was vielleicht auch gar nicht so schlecht wäre, aber das ist ein anderes Thema). Wir haben vielleicht mehr Wissen angehäuft, aber auch das ist irrelevant, denn kein Mensch kann soviel Wissen auf einmal besitzen und zweitens tut sich mit jeder Antwort mindestens eine neue Frage auf: „Warum?“ Ich denke jeder kennt das Kinderspiel Ich-frage-solange-warum-bis-Mama-austickt. Es gibt kein absehbares Ende des Wissens. Genau sowenig, wie es ein Ende des Internets gibt.

Ich glaube ich bin etwas vom Thema abgekommen. Es gibt keinen Fortschritt war meine These. Wir haben zwar Autos und kommen schneller vom Fleck, aber ist das Fortschritt? Früher bin und brauchte ich halt nicht so weite Strecken zu fahren. Es gibt sicherlich noch unzählige weitere Beispiele aber im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass wir immer Menschen bleiben werden, mit denselben Problemen.

Am deutlichsten finde ich wird der nicht vorhandene Fortschritt am Geist oder der Seele oder wieauchimmer des Menschen. Ein Büro-Europäer kann genauso leer und unzufrieden sein, wie ein hart arbeitender chinesischer Reisbauer. Da ist einfach kein Unterschied, wenn man die beiden vergleichen würde.

Ich weiß grad auch nicht, worauf ich eigentlich hinauswill, also noch ein letzter Punkt.

Zum Ver-Rückt werden

Veröffentlicht in Philosophía bei November 30, 2007 von lotus-kid

Man kann nichts beweisen, Glaube, an was du glauben willst. Verleugne, was du verleugnen willst. Rede niemandem deinen Glauben ein, sondern behalte ihn für dich.

Das ist so ziemlich das einzige, was ich in der Philosophie gelernt habe. Irgendwo findest du immer einen Punkt, wo du einhaken kannst, wo du das System infrage stellst und letztendlich rausfindest, dass nichts richtig und nichts falsch ist. Letzten Endes also ein großes NICHTS…

Was dann noch dazu gesagt wird (nicht unbedingt in der Philosophie): Immer schön wissenschaftlich bleiben. Glaube an nichts, was du nicht gesehen hast. Du stirbst und danach ist alles vorbei oder auch nicht – spielt ja auch keine Rolle. Zum ver-rückt werden.

So kannst du auch die Mathematik infrage stellen, denn auch sie basiert auf Prämissen oder Grundwahrheiten, die das Fundament bilden, auf dem das Gebäude dann steht. Sag einfach eins ist gleich zwei und das ganze System fällt in sich zusammen. Irgendwie hat man überhaut nichts, aber auch rein gar nichts an „Wissen“ übrig. Und dann kommt ja auch noch die geniale Genforschung an und zeigt uns jedes Mal wieder, wie wenig Entscheidungsfreiheit wir haben. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Du bist was du isst? Gilt nicht mehr. Das drehen wir lieber mal rum, denn laut Genforschung isst du, was du bist. Die Gene bestimmt deinen Geschmack. Großartig. Ich glaube ich habe das Schlaf-Gen. Gute Nacht!

Selbst Bedingungslos

Veröffentlicht in Philosophía bei November 22, 2007 von lotus-kid

Jahrelang hatte ich zwei Probleme mit Gott. Zum einen habe ich nie verstanden, warum Gott Menschen erschaffen hat. Das ergab einfach keinen Sinn für mich. Wieso sollte jemand, der schon alles hat, etwas Neues schaffen? Das zweite Problem bestand darin, genau zu wissen, dass es keine selbstlose Handlung gibt. Jede Handlung, die ein Mensch ausführt, birgt ausschließlich egozentrische Motive in sich. Denn selbst wenn ich jemandem meine Jacke gebe, damit dieser nicht friert, beruhige ich damit mein Gewissen oder tue es, weil Gott es verlangt oder warum auch immer. Es ist und bleibt jedenfalls alles egoistisch. Du kannst niemals etwas aus reiner Selbstlosigkeit tun. Das kann man eben auch auf Gott projizieren. Selbst Jesu Tod am Kreuz war ja letztendlich nicht unbedingt sein Wille, aber er tat es aus Gehorsam, um seinen Vater -  und damit auch sich - zufrieden zu stellen. Und auch Gottes Liebe ist nicht „selbstlos“ im eigentlichen Sinne. Er verlangt Liebe und Gehorsam von uns, weil er sich darüber freut. Wirklich selbstlos scheint das ja nicht zu sein…

Dann ist es mir letztens wie Schuppen von den Augen gefallen: Gottes Entscheidung, von den Menschen geliebt werden zu wollen und die Menschen zu lieben, war selbstlos. Was auch immer sich Gott dabei gedacht hat, dass werden wir wohl niemals rausfinden, für diesen einmaligen Vorgang gibt es keinen Grund, Gott hatte keinen persönlichen Vorteil davon (soweit ich das feststellen kann). Wenn aber diese Entscheidung selbstlos war, so ist auch jede darauffolgende Handlung mit den Menschen selbstlos und geschieht aus reiner Liebe. Ob nun der Auszug aus Ägypten, der Einzug ins Heilige Land, Jesu Tod am Kreuz und Auferstehung, die Errettung von Nicht-Juden – letztendlich hat doch Gott nicht einen einzigen Vorteil davon. Das ist gnädige Liebe, die unseren Glauben stärkt und uns Hoffnung schenkt.