Vielfalt und (doch) kein Chaos

Veröffentlicht in Theologie bei März 31, 2008 von lotus-kid

 

Kein Baum ist wie der andere, kein Blatt gleicht dem anderen. Jeder Mensch hat einen anderen Daumenabdruck. Alles ist unterschiedlich, vielfältig, unbeschreiblich. Und dennoch gibt es kein Chaos. Es hat alles seine Ordnung. Wenn wir Deutsche einen Wald bauen müssten, würde wir ihn einmal pro Woche staubsaugen…

Und dann gibt es bei Menschen und Tieren noch etwas besonderes: Charakter. Kein Mensch ist wieder andere. Jeder ist anders. Jedes Tier ist von dem anderen verschieden. Erkennbar ist der Mensch am und das Tier am äußeren und am Charakter. Wenn wir alle denselben Charakter hätten, wäre das schon eigenartig. Es gäbe nur DICH! Wenn alle Tiere gleich wären, wäre auch die Tierwelt ziemlich langweilig. Und wenn jeder Baum gleich aussähe…

Glücklicherweise ist Gott auch so und deshalb sind wir so und seine ganze Schöpfung ist wie er. Diese Verschiedenheit spiegelt Gott wieder. Er ist so unterschiedlich wie die gesamte Menschheit, da er ja alles geschaffen hat. Er ist Frühling, Herbst, Sommer und Winter. Gott ist Musik und Farbe. Er ist Feuer, Wasser, Erde und Luft. Damit meine ich nicht wortwörtlich: Er ist Luft, sondern er ist so facettenreich, wie das gesamte Universum. Gott ist LIEBE! Und die Liebe hat viele Seiten.

Und was denkst du wird der Himmel aussehen? Bestimmt werden wir als Menschen nicht alle zu Robotern und tun alle dasselbe und alles ist schön und rosa und lieb. Natürlich wir alles schön sein, aber auch wir Menschen werden vollkommen Mensch, wir werden alle vollkommen verschieden. Wir werden zu dem, zu dem wir eigentlich erschaffen wurden. Gemeinschaft mit Gott zu haben. Und zwar jeder auf seine Art und Weise. Also wenn du heute schpn so werden willst, wie Gott dich haben will: Geh‘ zu Gott, habe Gemeinschaft mit ihm. Dann wirst du dich selbst und zu dir selbst finden. Dann wirst du Unterschiedlichkeit und Vielfalt entdecken. Du wirst deinen Charakter entdecken und auf deine individuelle Art und Weise Liebe zeigen. Auf DEINE Art! Auf GOTTES Art! Cheers ;)

Das Gleichnis von den 2 Söhnen (Matthäus 21)

Veröffentlicht in Auslegungssache bei März 31, 2008 von lotus-kid

Ein Anspiel in einem Akt. (nach Matthäus 21)

 

Es treten auf:

Mama Hampel

Sohn Nummer 1

Sohn Nummer 2

 

Akt 1

 

Mama Hampel zu Sohn Nummer 1:        Hast du Lust mir nachher beim Einkauf zu helfen?

Sohn Nummer 1:                                            Nein, Mama.

Mama Hampel zu Sohn Nummer 2:        Hast du Lust mir nachher beim Einkauf zu helfen?

Sohn Nummer 2:                                            Na klar, Mama, mach‘ ich!

 

Mama Hampel will losfahren zum Einkauf und trifft auf Sohn Nummer 1, der ihr erzählt, dass Nummer 2 doch nicht will und er jetzt mitfährt.

 

Mama Hampel: Was glaubst DU, wer hat den Willen der Mutter getan?

 

Ich sage dir, dass die Prostituierten und Hartz IV-Empfänger noch vor dir und mir ins Himmelreich einziehen werden.

 

Ende

von Anfang

 

Vielleicht etwas zu provokant, aber ich hoffe der Punkt ist deutlich geworden: Was haben Prostituierte und Hartz IV Empfänger mit dem Einkauf und mit dem Himmel zu tun?

Genau so haben die Menschen bestimmt damals auch gedacht, als Jesus ihnen das Gleichnis von den 2 Söhnen erzählt. Ich glaube, es geht darum, dass diese Menschen eben NICHT den Willen vom Vater getan haben. Eine Prostituierte zur damaligen Zeit wird in diesem Milieu geblieben sein. Der Hartz IV-Empfänger auch… Es geht darum, dass es Gott unter keinen Umständen auf die Handlungen ankommt, sondern auf das Herz. Es interessiert ihn nicht die Bohne, ob du beim Einkauf mithilfst oder nicht. Es interessiert ihn nur, ob dein Herz an ihm hängt.

Würdest du sagen, dass eine Prostituierte Gottes Willen tut? Nein?

 

 

Zum Weiterdenken:

 

“Was sagt ihr dazu: Ein Mann hatte zwei Söhne. Er bat den ersten: ‘Mein Sohn, arbeite heute in unserem Weinberg!’ ‘Ich will aber nicht!’, entgegnete dieser. Später tat es ihm leid, und er ging doch an die Arbeit. Auch den zweiten Sohn forderte der Vater auf, im Weinberg zu arbeiten. ‘Ja, Herr’, antwortete der. Doch er ging nicht hin. Wer von den beiden Söhnen hat nun getan, was der Vater wollte?” Sie antworteten: “Der erste natürlich!” Da sagte Jesus: “Eins ist sicher: Die betrügerischen Zolleinnehmer und Huren kommen eher in Gottes neue Welt als ihr. Johannes der Täufer zeigte euch den Weg zu Gott und forderte euch auf, zu Gott umzukehren. Aber ihr wolltet nichts von ihm wissen. Die Betrüger und Huren dagegen folgten seinem Ruf. Und obwohl ihr das gesehen habt, kamt ihr nicht zur Besinnung und wolltet ihm immer noch nicht glauben.”

 

Warum gibt Jesus hier eigentlich keine Antwort auf die Frage? Er geht überhaupt nicht auf sein vorher erzähltes Gleichnis ein. Er sagt nicht, wer den Willen des Vaters getan. Oder doch? Wenn dann indirekt. Und wenn er sagt, wer den Willen getan hat, dann doch, dass der den Willen getan hat, der ihn nicht getan hat… Die Prostituierten sind doch wie oben schon erwähnt eher in diesem Metier geblieben. Wo sollten sie auch hingehen?

Ist das Gleichnis vielleicht sogar total unwichtig? Gibt es noch eine Art dritten Sohn?

Filme, Musik, Medien – wie jetzt?

Veröffentlicht in Mass Media Medication bei März 3, 2008 von lotus-kid

Hast du dir schonmal überlegt, wie du an an Alltägliches rangehst bzw. wie du damit umgehst?

Wie liest du? Wie hörst du? Was guckst du? Damit meine ich nicht deinen Lieblings-Radiosender, sondern mit welchen Augen du siehst, mit welchen Ohren du hörst… WIE? Was ist deine Intention. Warum tust du etwas und was kannst du für dich daraus ziehen?

Ich schaue mir gerne Filme an, ich lese gerne, ich höre gern Musik. Vor allem natürlich „unchristliche“ Sachen. Jedenfalls kenne ich kaum einen Hollywood-Film, der mit christlichen Motiven gedreht wird oder ein gutes Album, welches von christlichen Musikern mit guter Message aufgenommen wurde. Wie dem auch immer sei. Man kann in allen Dingen eine Seite Gottes erkennen, denke ich. Alles Sichtbare hat einen Ursprung in Gott und auch alles Unsichtbare spiegelt Gott auf die eine oder andere Art wieder. Ich kann mir einen Film angucken und mich darüber aufregen, wie viel Tod es in den Filmen gibt. Ich kann mir den Film aber auch angucken und meinen eigenen Tod vor Augen stellen. Ich kann mir gute Musik anhören ohne Bezug zu Gott und den Bezug selber herstellen. Wenn ich einen Lovesong im Radio höre, dann weiß ich, dass der Interpret wahrscheinlich zu einem Menschen redet oder sich etwas von der Seele singen will (was beides im Endeffekt völlig belanglos ist), aber ICH kann diese ungerichtete Energie an JEMAND richten. Ich bin auf einmal nicht mehr zur Einsamkeit verdammt.

Versteht ihr ungefähr worauf ich hinaus will?

Es kommt nicht darauf, an was du tust, sondern wie du etwas tust. Und das bei den belanglosestes Sachen auf der ganzen Welt. Einem Lied, einem Film, einem Buch. Alles im Endeffekt reine Langeweil-Totschläger und trotzdem steckt dahinter unheimlich viel Potenzial. Es kann mir die Augen öffnen für Gott, weil alles (und nichts) auf hinweist. Der springende Punkt bist DU! Wie gehst du mit den Dingen um?

PS: Ich sehe mir auch gerne einen Film an, ohne etwas zu denken und gehe danach einfach nur schlafen…

Mindestgewicht?

Veröffentlicht in Mass Media Medication bei März 3, 2008 von lotus-kid

Vielleicht habt ihr es mitbekommen, vielleicht nicht. Jedenfalls häufen sich in den Medien die Berichte über Aufräumarbeiten.  Soll heißen: Der Mensch muss hinter sich wieder alles sauber machen. Korruption, Arbeitslosigkeit, Spagat zwischen Arm und Reich… und auch im “alltäglichen” Bereich: den Models. Täglich sehen wir sie, in U-Bahnen, im Fernsehen, in Katalogen und Zeitschriften. Und das Problem ist ja wohl offensichtlich: Die meisten sind einfach viel zu dünn und manche hungern sich zu Tode.

Bei diesem Problem bleibt es aber nicht. Für unsere Augen sind sie auch noch sehr, sehr schön. Wir suchen die Perfektion und das Übernatürliche. Leider. Nun hat der Mensch also (wieder mal) ein unnatürliches Bedürfnis geschaffen :Mager-Model: und muss jetzt hinter sich aufräumen. Die einzige Lösung die in den Medien herumgeistert scheint das sogenannte Mindestgewicht zu sein. Also ein Gesetz, welches regeln soll, wie viel ein Model mindestens wiegen muss, um auf Laufstegen modeln zu dürfen. Ist das nicht eigenartig? Und in vielen anderen Bereichen, müssen ebenfalls Gesetze geschaffen werden, die alles mögliche regeln. Der Mensch muss sich auf seiner Suche nach Freiheit selbst beregeln und in die Schranken weisen. Irgendwie paradox? Find’ ich auch.

Die Schöpfung – und es war nicht gut…

Veröffentlicht in Auslegungssache bei März 3, 2008 von lotus-kid

Also irgendetwas muss bei der Schöpfung ja wohl falsch gelaufen sein. Entweder hat sich Gott geirrt, oder er hat einfach etwas vergessen oder… Jedenfalls sagt nachdem er alles geschaffen hat: Es war sehr gut (1. Mose 1, 1). Und dann in Kapitel zwei nur ein paar Verse später: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei (V. 18). Also ist doch Tatsache ein Fehler unterlaufen. Der Schöpfergott hat den Menschen nun geschaffen und vergisst einfach, dass der Mensch einsam ist?

Ich bin oft darüber gestolpert, aber wusste keine richtige Antwort, bis ich über dieselbe gestolpert bin. Also ich gehe einfach Vers für Vers, step by step durch. Allerdings nicht wirklich teifgreifend, nur was mir dazu einfällt. (Also wer möchte, den Bibeltext neben einem aufgeschlagen haben (z. B. unter www.bibleserver.com). ) 

Kapitel 1

1 – 8: Hier gibt es schon die ersten Anzeichen auf die Dreieinigkeit. „Gottes Geist schwebte über den Wassern“ a.k.a. der Heilige Geist. „Und Gott sprach…“ Schon die Andeutung auf Jesus, das Wort (wurde Fleisch und wohnte unter uns). „Und Gott machte…“ Also der Vater. Sehr interessant, dass der Geist Gottes auf der Erde schwebte oder immer noch schwebt?

9- 25: Gott schafft Wasser, Erde, Pflanzen, Tiere, jeweils im Abstand von einem Tag. Bis hierhin ist noch alles klar. Alles tutti frutti, wenn man so will.

26: Jetzt wird’s spannend. „Lasst uns Menschen machen, uns ähnlich.“ Schon wieder eine Anspielung darauf, dass die christliche Religion kein Monotheismus ist! Und anscheinend wird nicht nur ein Adam geschaffen, sondern mehrere (Menschen=Plural). Puh, Glück gehabt, ansonsten hätte man nämlich sagen müssen, dass wir alle von Inzestern abstammen…

27: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ Also nix mit Adam und Eva? Nein! Nicht nur zwei, sondern mehrere und es war auch nicht schlecht, sondern Gott weiß von Anfang an, dass es Mann und Frau sein müssen.

28: Wie sonst hätte sich denn Adam auch vermehren können ohne Eva? Stelle ich mir schwierig vor… Männlich und weiblich bedingen sich. Alle beiden stehen direkt unter Gott, sind ihm gleich, es gibt keinen Unterschied, jeweils nicht im Herrschaftsbereich. Sie herrschen beide gleichberechtigt über die Tier- und Pflanzenwelt.

29: Hier die Aufforderung: Seid Vegetarier! J Früchte und Pflanzen sind cool, die dürft ihr essen, Fleisch empfehle ich euch nicht, denn

30: „allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, habe ich alles grüne Kraut zur Speise gegeben.“ Klingt gut und das überrascht selbst mich gerade. Tiere haben eine Seele? Wow. Da bin ich gerade platt. Vielleicht gibt es also tatsächlich eine Auferstehung der Tiere…

31: „… es war sehr gut.“ Dem kann ich nur zustimmen.

Kapitel 2

1 – 4: Der siebte Tag ist der heilige Tag, die Schöpfung ist vorbei.

5: Und dann fängt die Schöpfung wieder an? Hier bringt der Verfasser doch irgendetwas durcheinander?  Also die Pflanzen und Bäume waren nur als Samen vorhanden, dann wird der Mensch gebildet und dann erst die Tiere (siehe Vers 19). Kommt mir alles sehr durcheinander vor… Hier hilft auch nicht das Argument weiter, dass es eine detaillierte Beschreibung des sechsten Schöpfungstages ist, denn dann werden die Tiere nach dem Menschen gebildet. Das widerspricht sich aber mit dem Schöpfungsbericht ein Kapitel davor. Also drückt das Wort bilden vielleicht etwas anderes aus? So eine Art Charakterbildung?

Ehrlich gesagt glaube ich, dass der Autor hier chronologisch vorgeht. Alles was nach der Schöpfung passiert, passiert auch nach dem Vers 4. Die Schöpfung ist abgeschlossen, der siebte Tag vorbei. Die Betonung liegt in diesem Kapitel, wie ich denke auf der Liebe.

Also: Land vorhanden, Samen vorhanden, Menschen? Vorhanden! Nur noch nicht da, um das Land zu bebauen.

6: Die Pflanzen fangen an zu wachsen, da Wasser aufsteigt.

7:  Das klingt wirklich ein bisschen so wie Charakterbildung – „…da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.“ Leider tut sich hier der nächste Widerspruch auf. Wenn doch hier alles nach der Schöpfung spielt, warum bekommt er dann erst hier seine zweite Seele, die er doch am sechsten Tag schon bekommen hat? Ich habe keine befriedigende, nur eine unbefriedigende Erklärung: Die Seele wird zwar in Kap. 1 Vers 30 angesprochen, aber sie muss nicht unbedingt schon vorhanden gewesen sein! Das würde sich auch mit der Chronologie vertragen: Erinnern wir uns an Vers 4: „Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden…“ Nach Vers 4 wird also die Schaffung des unsichtbaren Lebens beschrieben. Die Menschen waren also vorher so wie Tiere. Es gab keinen wirklichen Unterschied. Jetzt aber gibt er den Unterschied…

 

Fortsetzung folgt…

Streit, Misstrauen, Verrat

Veröffentlicht in Der Herr der Ringe bei Februar 20, 2008 von lotus-kid

„In nichts zeigt sich die Stärke des Feindes so sehr, wie im Misstrauen gegenüber Freunden oder einstmals Verbündeten.“

Dieses Statement ist, wenn man genau hinsieht, sehr wahr. Keiner traut keinem mehr. Lügen und Verrat regieren, Freunde werden zu Feinden und misstrauen sich.

Saruman verrät alle und verwandelt von einem Weisen zu einem Narren.

Die Reiter Rohans können sich ihres Landes nicht mehr sicher sein, da Saruman und Mordor es bedrohen. Der König des Landes – Théoden – steht unter dem Einfluss Sarumans.

Der Statthalter Gondors – Denethor – wird von dem EINEN in die Knie gezwungen und letztendlich wahnsinnig, da er die Übermacht nicht bezwingen kann. Er wurde vom Feind getäuscht und verbrennt sich selbst. Fast noch reißt er seinen eigenen Sohn mit.

Keinem kann man vertrauen. Streit. Uneinigkeiten. Verrat. Selbst die Gefährten können nicht zusammenhalten, weil der Ring eine zu große Macht besitzt. Boromir verzehrt der Wunsch nach Anerkennung und Macht.

Auch die Christenheit ist in sich nicht einig. Die einen verachten die anderen. Freunde und doch Feinde? Eins aber doch keine Einheit! Die Zersplitterung in kleine Gemeinden, ohne Zusammenhalt oder Austausch. Genau wie beim Herrn der Ringe. Verschiedene Königreiche und alle haben denselben Feind. Aber dennoch misstrauen sie einander, obwohl sie zusammen vielmehr ausrichten und dem Feind widerstehen könnten als jedes Volk für sich allein.

Wo man alleine kämpfen muss, ist das ganze Unterfangen zum Scheitern verurteilt. Man kann nicht gegen Armeen und Mächte kämpfen, die wir kaum kennen und die nicht von dieser Welt stammen, wenn man nicht zusammen, als Einheit kämpft.

Eines Tages werden wir vereint werden. Lasst uns schon hier anfangen, unsere Brüder und Schwester nicht mehr zu misstrauen, sondern ihnen Verständnis und Liebe entgegenbringen.

Jesus war eben auch ein Mensch

Veröffentlicht in Theologie bei Februar 20, 2008 von lotus-kid

Was meinst du: War Jesus als Mensch allwissend? Soll heißen: wusste er in jeder Situation, wie es jedem Menschen ging, was in im oder ihr vorging, wusste er über jede Situation ind jedem Menschen bescheid? Wenn ja, wie erklärt es sich dann, dass er geweint hat? Schließt sich das nicht eigentlich aus? Jesus weint um den Tod seines Freundes Lazarus, er weint im Garten Gethsemane, er war ängstlich, wollte seinen Tod nicht und bittet seinen Vater um Verschonung. Er hatte Angst davor, was passieren würde.

Eine andere Stelle fand ich auch noch sehr interessant. Und zwar sein erstes Wunder bei der Hochzeit. Jesus schreckt davor zurück, seinen Dienst zu beginnen. „Was willst du von mir? Meine Zeit ist noch nicht gekommen“ antwortet er, als er darauf hingewiesen wird, dass der Wein zu Ende geht… Er will nicht und tut es dann trotzdem. Verwandelt Wein zu Wasser, ein eigenartiges erstes Wunder oder nicht? So gar nicht passend. Und auch so spontan. Ich glaube, dass Jesus sehr viel mehr Mensch war, als man manchmal meint. Er hat Dinge getan, die wir auch tun können. Er hat ein Leben gelebt, was sich so deutlich von unseren entscheidet und trotzdem merkt man, er war Mensch. Gott und doch Mensch. Manchmal unvorbereitet und spontan. Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Tod, Angst davor, von seinem Vater verlassen zu werden…

 

Merry und Pippin - Wem jagst du nach?

Veröffentlicht in Der Herr der Ringe bei Februar 20, 2008 von lotus-kid

 

Die Gemeinschaft ist getrennt, Boromir ist tot und der Ringträger ist mit Sam nach Mordor unterwegs. Aragorn, Legolas und Gimli stehen nun vor der Entscheidung und sie treffen die richtige. Sie verzichten auf den Ring und jagen verzweifelt nach den Uruk-Hai, die Merry und Pippin gefangen haben. Sie sind schon am Ende ihrer Kräfte und laufen immer weiter, mit dem Ziel der Rettung und Heilung ihrer beiden Freunde. Auch wenn sie ihnen letztendlich nicht helfen können, zeigt sich hier eine ganz besondere Art von Freundschaft. Selbst als nicht recht wissen, ob die beiden überhaupt noch am Leben sind und die Uruk-Hai schon weit voraus sind, geben sie nicht auf…

Ich würde mir wünschen, dass wir mit unseren Freunden auch so umgehen. Dass wir sie nicht dem Tod und der Folter, der Einsamkeit und der Verzweiflung überlassen, sondern dass wir ihnen in ausweglosen Situationen zur Seite stehen und uns nach Rettung und Heilung ausstrecken. Ob es nun entmutigte Christen sind, oder unsere Kumpels oder unsere Kollegen.

Jagen wir ihnen nach?!

Aragorn geht sogar noch weiter. Frodo ist in Mordor und es bleibt nur noch ein letzter verzweifelter Ablenkungsversuch – womöglich der sichere Tod. Sie müssen Sauron selbst herausfordern. Alle noch lebenden Gefährten (bis auf Merry) reiten mit und geben sich dem sicheren Tod hin. Dieser letzte Akt der Selbstaufopferung wird dafür aber groß belohnt. Im Endeffekt macht er den Weg für Frodo frei, da die Orks von den Ebenen abgezogen werden, um für die Schlacht bereit gemacht zu werden. So steht ihm der Weg zum Schicksalsberg frei.

Würden wir so weit für unseren Nächsten gehen? Jesus ist so weit gegangen und ist gestorben. Er hat sich aufgegeben, um uns den Weg frei zu machen.

Kann man Gnade essen? (Lukas 7,36ff)

Veröffentlicht in Auslegungssache bei Februar 14, 2008 von lotus-kid

Das ist gerade eine meiner Lieblingspassagen, weil sie Gnade auf einmal greifbar macht. Wer weiß schon etwas mit Gnade anzufangen? Woher kommt sie, was bewirkt es, wo geht er hin? Kann man das Essen? Jesus weiß, was Gnade bewirkt:

Liebe!

Und Gnade gegenüber anderen Menschen.

Wenn ich Gnade richtig verstehe, dann liebe ich den Menschen mehr und mehr, sehe sie nicht mehr als Sünder, sondern als verlorene Schafe, nicht mehr als Abfall und Dreck, den man eigentlich abschieben müsste und der es nicht wert ist, geliebt zu werden, sondern als jemand, dem ich meine Liebe entgegenbringen kann, weil Jesus das auch getan hat.

Wem viel vergeben wurde, der vergibt viel. Wenn ich weiß, dass ich allein aus Gnade leben darf, dann weiß ich auch, dass alle anderen genauso gnädig zu behandeln sind. Wie ich richte, so wird Gott später auch mit mir richten. Richte ich mit Gnade oder verspüre ich Rachsucht? Will ich vergeben oder möchte ich viel lieber verurteilen?

Wer in seinem Herzen glaubt, Gott ist ein ausschließlich strafender Gott, wird auch mit Menschen so umgehen. Er wird Angst verbreiten und Furcht, nicht Liebe und Gnade.

Meine Vergebung steht also in direktem Zusammenhang, proportional, wenn man so will, mit der Liebe, die ich austeile. Wo wenig Liebe zu dem Menschen ist, da ist auch wenig Verständnis von Gnade. Wo wenig Verständnis von Gnade herrscht, da ist auch kein Verständnis von Gottes Basis-Prinzip. So leicht und doch so schwer.

Einmal wurde Jesus von einem Pharisäer zum Essen eingeladen. Er ging in das Haus dieses Mannes und setzte sich an den Tisch. Da kam eine Prostituierte herein, die in dieser Stadt lebte. Sie hatte erfahren, dass Jesus bei dem Pharisäer eingeladen war. In ihrer Hand trug sie ein Fläschchen mit wertvollem Salböl. Die Frau ging zu Jesus, kniete bei ihm nieder und weinte so sehr, dass seine Füße von ihren Tränen nass wurden. Mit ihrem Haar trocknete sie die Füße, küsste sie und goss das Öl darüber. Der Pharisäer hatte das alles beobachtet und dachte: “Wenn dieser Mann wirklich ein Prophet wäre, müsste er doch wissen, was für eine Frau ihn da berührt. Sie ist doch eine stadtbekannte Hure!”

“Simon, ich will dir etwas erzählen”, unterbrach ihn Jesus in seinen Gedanken. “Ja, ich höre zu, Lehrer”, antwortete Simon. “Ein reicher Mann hatte zwei Leuten Geld geliehen. Der eine Mann schuldete ihm fünfhundert Silberstücke, der andere fünfzig. Weil sie das Geld aber nicht zurückzahlen konnten, schenkte er es beiden. Welcher der beiden Männer wird ihm nun am meisten dankbar sein?” Simon antwortete: “Bestimmt der, dem er die größte Schuld erlassen hat.” “Du hast Recht!”, bestätigte ihm Jesus.

Dann blickte er die Frau an und sagte: “Sieh diese Frau, Simon! Ich kam in dein Haus, und du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben, was doch sonst selbstverständlich ist. Aber sie hat meine Füße mit ihren Tränen gewaschen und mit ihrem Haar getrocknet. Du hast mich nicht mit einem Kuss begrüßt. Aber seit ich hier bin, hat diese Frau immer wieder meine Füße geküsst. Du hast meine Stirn nicht mit Öl gesalbt, während sie dieses kostbare Öl sogar über meine Füße gegossen hat. Ich sage dir: Ihre große Schuld ist ihr vergeben; und darum hat sie mir so viel Liebe gezeigt. Wem aber wenig vergeben wird, der liebt auch wenig.” Zu der Frau sagte Jesus: “Deine Sünden sind dir vergeben. [...] Dein Glaube hat dich gerettet! Geh in Frieden.” 


 

Hail Hail

Veröffentlicht in Poèmes bei Februar 11, 2008 von lotus-kid
Safe and sound, down and out
Woeful seagulls sing their songs
We’re not afraid but brave and stout
Cut the rope, here he comes
Hail hail and set sail
Against the wind; for wonderland
Thunder and storm, damaged by worms
Dismal clouds sound the charge
Only sorcery can save us now
Burn, black swan, burn!
A light in the left
A rose in the right
Drowning in comfort
Being anxious to fight