Also irgendetwas muss bei der Schöpfung ja wohl falsch gelaufen sein. Entweder hat sich Gott geirrt, oder er hat einfach etwas vergessen oder… Jedenfalls sagt nachdem er alles geschaffen hat: Es war sehr gut (1. Mose 1, 1). Und dann in Kapitel zwei nur ein paar Verse später: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei (V. 18). Also ist doch Tatsache ein Fehler unterlaufen. Der Schöpfergott hat den Menschen nun geschaffen und vergisst einfach, dass der Mensch einsam ist?
Ich bin oft darüber gestolpert, aber wusste keine richtige Antwort, bis ich über dieselbe gestolpert bin. Also ich gehe einfach Vers für Vers, step by step durch. Allerdings nicht wirklich teifgreifend, nur was mir dazu einfällt. (Also wer möchte, den Bibeltext neben einem aufgeschlagen haben (z. B. unter www.bibleserver.com). )
Kapitel 1
1 – 8: Hier gibt es schon die ersten Anzeichen auf die Dreieinigkeit. „Gottes Geist schwebte über den Wassern“ a.k.a. der Heilige Geist. „Und Gott sprach…“ Schon die Andeutung auf Jesus, das Wort (wurde Fleisch und wohnte unter uns). „Und Gott machte…“ Also der Vater. Sehr interessant, dass der Geist Gottes auf der Erde schwebte oder immer noch schwebt?
9- 25: Gott schafft Wasser, Erde, Pflanzen, Tiere, jeweils im Abstand von einem Tag. Bis hierhin ist noch alles klar. Alles tutti frutti, wenn man so will.
26: Jetzt wird’s spannend. „Lasst uns Menschen machen, uns ähnlich.“ Schon wieder eine Anspielung darauf, dass die christliche Religion kein Monotheismus ist! Und anscheinend wird nicht nur ein Adam geschaffen, sondern mehrere (Menschen=Plural). Puh, Glück gehabt, ansonsten hätte man nämlich sagen müssen, dass wir alle von Inzestern abstammen…
27: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ Also nix mit Adam und Eva? Nein! Nicht nur zwei, sondern mehrere und es war auch nicht schlecht, sondern Gott weiß von Anfang an, dass es Mann und Frau sein müssen.
28: Wie sonst hätte sich denn Adam auch vermehren können ohne Eva? Stelle ich mir schwierig vor… Männlich und weiblich bedingen sich. Alle beiden stehen direkt unter Gott, sind ihm gleich, es gibt keinen Unterschied, jeweils nicht im Herrschaftsbereich. Sie herrschen beide gleichberechtigt über die Tier- und Pflanzenwelt.
29: Hier die Aufforderung: Seid Vegetarier! J Früchte und Pflanzen sind cool, die dürft ihr essen, Fleisch empfehle ich euch nicht, denn
30: „allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, habe ich alles grüne Kraut zur Speise gegeben.“ Klingt gut und das überrascht selbst mich gerade. Tiere haben eine Seele? Wow. Da bin ich gerade platt. Vielleicht gibt es also tatsächlich eine Auferstehung der Tiere…
31: „… es war sehr gut.“ Dem kann ich nur zustimmen.
Kapitel 2
1 – 4: Der siebte Tag ist der heilige Tag, die Schöpfung ist vorbei.
5: Und dann fängt die Schöpfung wieder an? Hier bringt der Verfasser doch irgendetwas durcheinander? Also die Pflanzen und Bäume waren nur als Samen vorhanden, dann wird der Mensch gebildet und dann erst die Tiere (siehe Vers 19). Kommt mir alles sehr durcheinander vor… Hier hilft auch nicht das Argument weiter, dass es eine detaillierte Beschreibung des sechsten Schöpfungstages ist, denn dann werden die Tiere nach dem Menschen gebildet. Das widerspricht sich aber mit dem Schöpfungsbericht ein Kapitel davor. Also drückt das Wort bilden vielleicht etwas anderes aus? So eine Art Charakterbildung?
Ehrlich gesagt glaube ich, dass der Autor hier chronologisch vorgeht. Alles was nach der Schöpfung passiert, passiert auch nach dem Vers 4. Die Schöpfung ist abgeschlossen, der siebte Tag vorbei. Die Betonung liegt in diesem Kapitel, wie ich denke auf der Liebe.
Also: Land vorhanden, Samen vorhanden, Menschen? Vorhanden! Nur noch nicht da, um das Land zu bebauen.
6: Die Pflanzen fangen an zu wachsen, da Wasser aufsteigt.
7: Das klingt wirklich ein bisschen so wie Charakterbildung – „…da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.“ Leider tut sich hier der nächste Widerspruch auf. Wenn doch hier alles nach der Schöpfung spielt, warum bekommt er dann erst hier seine zweite Seele, die er doch am sechsten Tag schon bekommen hat? Ich habe keine befriedigende, nur eine unbefriedigende Erklärung: Die Seele wird zwar in Kap. 1 Vers 30 angesprochen, aber sie muss nicht unbedingt schon vorhanden gewesen sein! Das würde sich auch mit der Chronologie vertragen: Erinnern wir uns an Vers 4: „Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden…“ Nach Vers 4 wird also die Schaffung des unsichtbaren Lebens beschrieben. Die Menschen waren also vorher so wie Tiere. Es gab keinen wirklichen Unterschied. Jetzt aber gibt er den Unterschied…
Fortsetzung folgt…